Am 1. Juni 2026 besuchten die Mitglieder der Senioren-Union Rottal-Inn das beeindruckende Kloster St. Josef in Thyrnau. Unter ihnen war auch der Kreisvorsitzende Charly Altmann, der den Ausflug mit großem Interesse verfolgte. Es war ein schöner Tag, und die neugierigen Senioren waren sichtlich begeistert von der Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die Welt des Klosters zu erhalten. Das Kloster, eine Abtei der Zisterzienserinnen, hat eine bewegte Geschichte, die bis ins Jahr 1245 zurückreicht, als es in Rathausen, Schweiz, gegründet wurde. Nach verschiedenen Umzügen und Herausforderungen fand die Abtei schließlich 1902 in Bayern eine neue Heimat, genehmigt durch Prinzregent Luitpold.

Priorin Schwester Lucia empfing die Besucher mit offenen Armen und führte sie durch die stilvollen Räume des Klosters und der angrenzenden Kirche. Ein Highlight war ihre PowerPoint-Präsentation, die die Geschichte und die Bedeutung des Klosters eindrucksvoll darstellte. Die Gäste konnten die schönen Deckengemälde bewundern, die die Wände der Stilräume zieren.

Es ist kaum zu glauben, dass das Hauptgebäude einst ein Jagdschloss der Passauer Fürstbischöfe war! Die Atmosphäre im Kloster war friedlich, fast schon magisch. Leider hat das Kloster auch schmerzhafte Erinnerungen, wie den massiven Schaden von 1,3 Millionen Euro, der 2018 durch den Sturm „Kolle“ an den Dächern des Klosters und der Kirche verursacht wurde. Solche Erlebnisse zeigen, wie verletzlich selbst jahrhundertealte Institutionen sind.

Einblick in die Klostergeschichte

Die Klostergeschichte reicht jedoch viel weiter zurück. Ursprünglich wurde das Kloster St. Josef 1245 gegründet, aber es erlebte viele Höhen und Tiefen. Nach seiner Aufhebung im Jahr 1848 zog die Gemeinschaft nach Frankreich um, bevor sie aufgrund antiklerikaler Gesetzgebung 1901 wieder nach Deutschland kam. Die Rückkehr nach Bayern war ein Wendepunkt. Am 12. März 1902 zogen die Äbtissin Juliana Füglister und fünf Schwestern in das neue Kloster in Thyrnau ein. Die erste Heilige Messe wurde am 2. August 1902 in einem umgebauten Festsaal gefeiert.

Die Klostergemeinschaft wuchs schnell. Bereits im Oktober 1902 zählte der Konvent 19 Chorfrauen und 12 Laienschwestern. Mit der Zeit wurden zahlreiche soziale Initiativen ins Leben gerufen, darunter eine Kleinkinder-Bewahranstalt und eine Arbeitsschule für Mädchen. Diese Aktivitäten zeigen den tiefen sozialen und kulturellen Einfluss, den das Kloster im Laufe der Jahre hatte.

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Die Zisterzienserinnen: Ein Orden mit Tradition

Die Zisterzienserinnen selbst sind Teil eines älteren religiösen Erbes. Der Orden wurde im 12. Jahrhundert gegründet und hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Ursprünglich gab es über 800 Frauenklöster, die die Gebräuche von Cîteaux befolgten, bevor sie in den Orden integriert wurden. Zisterzienserinnen sind bekannt für ihre strenge Lebensweise und Hingabe, und sie haben im Laufe der Jahrhunderte eine bedeutende Rolle in der religiösen Frauenbewegung gespielt.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Zisterzienserinnen bis heute behaupten. Aktuell gibt es weltweit etwa 900 Zisterzienserinnen in rund 60 Klöstern. Auch in Thyrnau geht das Leben weiter – heute betreibt das Kloster eine Stickereifachschule, ein Gästehaus und eine große Ökonomie. Der Konvent zählt momentan 14 Schwestern, die mit viel Engagement ihren Glauben und ihre Traditionen weitertragen.

Der Besuch des Klosters St. Josef war für die Senioren-Union Rottal-Inn sicherlich eine bereichernde Erfahrung. Die Verbindung von Geschichte, Spiritualität und Gemeinschaft schafft einen einzigartigen Raum, der sowohl alte Traditionen bewahrt als auch modernen Herausforderungen begegnet. Wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere der Teilnehmer sogar selbst eine kleine Inspiration aus diesem Tag mitnehmen und sich fragen, wie er oder sie ein Stück dieser Tradition in den Alltag integrieren kann.