In Schwandorf sorgte ein Vorfall mit drei 14-jährigen Jugendlichen für Aufregung. Am Mittwochabend, gegen 18:15 Uhr, meldete ein Betreuer einer Wohneinrichtung, dass die Kinder abgängig seien. Ein Junge und zwei Mädchen, die alle mit deutscher Staatsangehörigkeit ausgestattet sind, hatten sich aus dem Staub gemacht. Eines der Mädchen hatte zusätzlich die irakische Staatsangehörigkeit, was die Situation ein wenig komplizierter machte. Die Polizei fand die Jugendlichen schließlich in einer nahegelegenen Grünanlage.
Interessanterweise war eines der Mädchen der Polizei bereits bekannt. Sie hatte sich am Vormittag geweigert, zur Schule zu gehen, und wurde daraufhin von den Beamten wieder dorthin gebracht. Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Es stellte sich heraus, dass die drei Jugendlichen in der Einrichtung randalierten, was schließlich zu Beleidigungen und sogar Körperverletzung untereinander führte. Und damit nicht genug: Eine der 14-Jährigen hatte am Vortag einen 17-Jährigen mit einem Messer bedroht.
Schulschwänzen und die Folgen
Das Schulschwänzen ist in Deutschland ein nicht zu unterschätzendes Problem. Schätzungen zufolge fehlen etwa 5 bis 10 Prozent aller Schüler regelmäßig unentschuldigt im Unterricht. Schulpflichtverletzungen gelten zwar als Ordnungswidrigkeit und sind nicht strafbar, aber die Konsequenzen können unangenehm sein. Bußgelder können zwischen 5 und 1.000 Euro liegen, abhängig von den Umständen. In einigen Bundesländern drohen sogar höhere Strafen – in Bremen beispielsweise bis zu 500 Euro für Schüler und bis zu 1.000 Euro für Eltern.
Im konkreten Fall der Schwandorfer Jugendlichen wird die Schulschwänzerin mit einem Bußgeldverfahren konfrontiert. Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: Die Erziehungsberechtigten sind gesetzlich dafür verantwortlich, dass ihre Kinder die Schulpflicht einhalten. Sollte ein Bußgeld nicht gezahlt werden, kann sogar Erzwingungshaft gegen die Eltern angeordnet werden – für bis zu drei Monate! Das bringt die ganze Familie in eine verzweifelte Lage.
Ein Blick auf die Ursachen
Die Gründe für Schulabsentismus sind vielfältig und oft komplex. Angst, familiäre Probleme oder das Gefühl der Benachteiligung sind häufige Faktoren, die dazu führen, dass Schüler der Schule fernbleiben. In der achten Klasse hat bereits jede zweite Schülerin oder jeder zweite Schüler geschwänzt – das sind alarmierende Zahlen! Und die Tendenz scheint mit dem Alter zuzunehmen. Fehlzeiten von 10 Prozent und mehr sind ein ernstzunehmendes Problem, das nicht ignoriert werden kann.
In der Zwischenzeit hat die Polizei in Schwandorf mehrere Strafverfahren gegen die Jugendlichen eingeleitet, die Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung umfassen. Bei einer der jungen Damen wurde eine Vape sichergestellt, die von den Erziehungsberechtigten abgeholt werden kann. Zudem wurde eine der Jugendlichen in ein geeignetes Krankenhaus eingeliefert. Ein besorgniserregender Vorfall, der nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Verantwortlichen der Einrichtung und die Polizei auf Trab hält. Die Sorgen um die Zukunft dieser Kinder sind groß, und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Für weitere Informationen zu den Themen Schulabsentismus und mögliche Handlungsansätze können Interessierte die Handlungsempfehlungen des Schulamts einsehen.
