Abschied von Hans Raphael: 44 Jahre Mesnerdienst in Starnberg
In Starnberg, einer charmanten Stadt in Bayern, wird ein ganz besonderer Mensch verabschiedet. Hans Raphael, ein 63-jähriger Mesner der katholischen Pfarrei St. Maria, geht nach 44 Jahren in den Ruhestand. Das ist nicht nur ein Abschied, sondern auch ein feierlicher Moment, der am 12. Juli um 10.15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Maria begangen wird. Für viele ist er mehr als nur der „rechte Hand des Pfarrers“ – er ist der gute Geist des Gotteshauses und hat sein ganzes Berufsleben der Gemeinschaft gewidmet.
Hans Raphael ist einer der dienstältesten Mesner in Bayern. Er ist verantwortlich für gleich drei Kirchen im Starnberger Stadtgebiet: St. Maria, St. Joseph und St. Peter. Täglich von 7 Uhr bis 17 Uhr sind die Türen dieser Gotteshäuser geöffnet, und an den Wochenenden, da wird es besonders lebhaft, denn da bereitet er die Sonntagsmessen vor. Doch seine Aufgaben sind vielfältig – neben dem Läuten der Glocken und der Überprüfung der Mikrofone ist er auch derjenige, der die Ehrenamtlichen im Gottesdienst einteilt, seien es Lektoren, Kommunionshelfer oder Ministranten. In besten Zeiten gab es über 100 Ministranten in Starnberg, und viele von ihnen erinnern sich mit einem Lächeln an die Sakristei, die wie ein Jugendzentrum war. Aktuell zählt die Pfarrei rund 80 aktive Ministranten und auch die „Mini-Band“, in der Raphael selbst Tuba spielte, hat ihren festen Platz bei Festen.
Ein Ort voller Leben und Gemeinschaft
Die Gruppe der Ministranten in der Pfarrei St. Maria ist bunt gemischt – Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 25 Jahren sind hier aktiv. Ihr Dienst umfasst nicht nur liturgische Aufgaben, sondern auch gesellschaftliche, sportliche und musikalische Aktivitäten. Seit 1988 gibt es die Miniband, ein Bläserensemble, das Gottesdienste und Feste musikalisch gestaltet. Außerdem nehmen die Ministranten seit etwa 20 Jahren an Fußballturnieren des Dekanats und am Landkreislauf teil. Gemeinsame Fahrten in europäische Städte und jährliche Ausflüge in Freizeitparks oder Hütten sind ebenfalls ein fester Bestandteil des Ministrantendienstes. Diese Erlebnisse stärken die Gemeinschaft und schaffen unvergessliche Erinnerungen.
Hans Raphael hat die Gruppe über die Jahre hinweg geleitet und dabei stets darauf geachtet, dass auch der Nachwuchs nicht zu kurz kommt. Die jungen „Minis“ werden in der Regel aus den Erstkommunionkindern rekrutiert. Aktuell leisten die über 100 Jugendlichen der Ministrantengruppe etwa 150 Einsätze pro Jahr. Eine wachsende Gemeinschaft, die auch bei der jährlichen Sternsingeraktion mit rund 70 aktiven Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt.
Die Bedeutung des Mesnerdienstes
Der Dienst eines Mesners ist von großer Bedeutung für das Leben einer Gemeinde. Wie auf katholisch.de beschrieben, trägt der Mesner zur Organisation und Lebendigkeit der Kirche bei. Hans Raphael hat diese Verantwortung mit Hingabe und Leidenschaft übernommen. Sein baldiger Abschied markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern wirft auch einen Blick auf die Zukunft des Mesnerberufs, der sich den heutigen Herausforderungen anpassen muss. Die Beziehung des Mesners zum Altar, die in der Dienstanweisung betont wird, bleibt ein zentraler Aspekt seiner Arbeit.
Ein Abschied, der auch eine neue Lebensphase einläutet – für Hans Raphael und die gesamte Gemeinde. Es bleibt zu hoffen, dass die Werte und die Gemeinschaft, die er über Jahrzehnte gefördert hat, auch in Zukunft bestehen bleiben. Die Pfarrei St. Maria wird ihn vermissen, aber sein Erbe wird weiterleben.
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