Heute am 2. Mai 2026 erreicht uns eine kuriose Nachricht aus dem Landkreis Starnberg, die nicht nur für Architektur- und Geschichtsfreunde von Interesse ist. Eine historische Villa in Gauting, das Riemerschmid-Atelier-Haus, wird verschenkt! Das klingt erst einmal nach einem unerhörten Glücksfall – allerdings gibt es einige Haken, die es zu beachten gilt. Um genau zu sein, wird nur das Gebäude selbst verschenkt, nicht das Grundstück, auf dem es steht. Ein bisschen wie ein schicker Umzug ohne die passende Wohnung, oder?
Das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, hat eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern und wurde 1928 nach den Plänen des renommierten Architekten Richard Riemerschmid erbaut. Riemerschmid war bekannt für seine funktionale Bauweise und seine Jugendstil-Elemente. Das Haus steht in einem sehr guten Zustand und könnte, so die Idee, an einem neuen Standort als Eventlocation dienen. Die beiden Schwestern, die das Grundstück geerbt haben, müssen Erbschaftssteuern zahlen, und das Haus blockiert das Baurecht für mögliche Neubauten in der Umgebung. Daher die Schenkung.
Die Bedingungen für Interessenten
Interessenten müssen das Gebäude eigenständig abbauen, transportieren und an einem anderen Ort wieder aufbauen. Dabei ist zu beachten, dass die Baumaterialien nicht eingelagert oder abgerissen werden dürfen. Ein geeignetes Grundstück mit Baurecht ist daher Voraussetzung für den Wiederaufbau. Experten schätzen die Kosten für Abbau und Transport auf etwa 50.000 Euro, und die zusätzlichen Ausgaben für Fundament sowie Strom- und Wasseranschlüsse am neuen Standort könnten zwischen 100.000 und 150.000 Euro liegen.
Es gibt bereits rund 30 Interessenten, die sich für die Villa gemeldet haben – das zeigt, dass das Interesse an historischen Gebäuden und deren Erhalt stark ausgeprägt ist. Komischerweise sind unter diesen Interessenten sogar zwei Schlossbesitzer, die in der engeren Auswahl stehen, um die Villa im Garten eines Schlosses wieder aufzubauen.
Ein Blick auf die Kosten
Ein Vergleich: Ein Einfamilienhaus in München kostet pro Quadratmeter rund 12.000 Euro, was bei 200 Quadratmetern einen Preis von 2,4 Millionen Euro ergibt. Damit zeigt sich, wie wertvoll und auch begehrt Immobilien in der Region sind. Für die historische Villa ist der Aufwand, den neuen Standort zu finden und die notwendigen Umbaumaßnahmen zu stemmen, zwar hoch, doch das Potenzial, das in einem solchen Gebäude steckt, ist enorm.
Das Riemerschmid-Atelier-Haus könnte durch seine einzigartige Bauweise und Geschichte zu einem echten Schmuckstück werden. Auch wenn der Denkmalschutz den korrekten Wiederaufbau überprüfen wird, bleibt die Frage, wie die Villa letztendlich genutzt wird, spannend. Ob sie tatsächlich als Eventlocation fungieren wird oder vielleicht ein privater Rückzugsort für Kunst- und Architekturliebhaber wird – es bleibt abzuwarten.
Die Entscheidung, eine historische Villa zu verschenken, ist nicht alltäglich. Sie spiegelt nicht nur die Herausforderungen wider, die mit der Erbschaft verbunden sind, sondern auch die Möglichkeiten, die in der Erhaltung unserer Baukultur liegen. Die Schwestern und die potenziellen neuen Eigentümer stehen vor einer aufregenden Reise – wir sind gespannt, wie es weitergeht!
Für weitere Informationen und Details zur Schenkung besuchen Sie bitte die vollständige Berichterstattung in der Augsburger Allgemeinen und der Abendzeitung München.