Heute, am 7. Juli 2026, stehen die Eltern und Kinder des Waldkindergartens in Starnberg vor einer ernsthaften Herausforderung. Mit 21 kleinen Abenteurern, die das Gelände nutzen, um naturnahe Erlebnisse und kreatives Spiel zu genießen, droht die Schließung dieser einzigartigen Einrichtung. Nach 25 Jahren im Herzen der Natur fehlt es an 70.000 Euro, um den Betrieb weiterhin aufrechterhalten zu können. Der Kindergarten, der als Elterninitiative im Oktober 2001 gegründet wurde, ist das einzige seiner Art in Starnberg und bietet zwei altersgerechte Gruppen, einen Bauwagen, ein Tipi und eine kleine Hütte für die Jüngeren.

Ein Antrag auf einen finanziellen Vorschuss von 70.000 Euro wurde von der Stadt Starnberg abgelehnt. Vitus Zeller, der Vorsitzende des Vereins, macht deutlich, dass die aktuelle finanzielle Situation nicht aus Misswirtschaft resultiert. Vielmehr haben die Corona-Pandemie und ein gescheiterter Trägerwechsel zu einem Liquiditätsengpass geführt, der als Kettenreaktion bezeichnet werden kann. Auch die Zahl der angemeldeten Kinder ging zurück, was die Situation zusätzlich belastete. Seit Juni 2024 hat die Elterninitiative die Regie übernommen, was zu mehr Anmeldungen und einem stabileren Team führte.

Spenden und Unterstützung

Die Elterngemeinschaft mobilisierte beeindruckende 20.000 Euro an Spenden und Darlehen in Höhe von 12.000 Euro, um den Kindergarten zu retten. Bei einem Elterntreffen wurden spontan fast 20.000 Euro gesammelt. Zudem wurde eine Spendenkampagne auf Gofundme ins Leben gerufen, die bis Donnerstagmittag bereits 7.920 Euro einbrachte. Ein Sommerfest mit Mitmachangeboten soll am 18. Juli von 11 bis 15 Uhr stattfinden und noch weitere Spenden generieren.

Trotz dieser Anstrengungen bleibt die Zukunft des Waldkindergartens ungewiss. Die Stadt hat zwar einen Vorschuss von 12.000 Euro genehmigt, doch der restliche Betrag wurde abgelehnt. Angelika Kammerl, die Zweite Bürgermeisterin (CSU), äußerte, dass die Stadt finanziell klamm sei und den Darlehensvorschuss von 50.000 Euro nicht leisten könne. Sie betont jedoch, dass Plätze in anderen Einrichtungen für alle 21 Kinder vorhanden sind, was die Eltern zusätzlich unter Druck setzt.

Ausblick und Hoffnungen

Der Vorstand des Waldkindergartens bleibt optimistisch. Sie glauben, dass sie ab dem Bildungsjahr 2027/28 wieder eigenständig wirtschaften können, wenn ein Darlehen von 75.000 Euro gewährt wird. Ein Finanz- und Sanierungsplan zeigt auf, dass eine Steigerung der Kinderanzahl auf 28 zu einem positiven Finanzstatus führen würde. Gespräche mit der Stadt über eine tragfähige Lösung sollen folgen, doch die Unsicherheit bleibt. Der Kindergarten bietet den Kindern einen naturnahen Start ins Leben, und die Hoffnung, diese wertvolle Einrichtung zu erhalten, ist groß. Die Zukunft hängt jedoch von der Unterstützung der Gemeinde und der Entschlossenheit der Eltern ab.

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