In einer überraschenden Zollkontrolle auf der A3 im Landkreis Straubing-Bogen wurden Zöllner der Kontrolleinheit Verkehrswege Furth im Wald fündig. Sie stellten sage und schreibe 1,15 Kilogramm Potenzhonig sicher, der aus der Türkei importiert wurde. Das Besondere an diesem Honig? Er enthält den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Sildenafil, der vor allem als Bestandteil des bekannten Potenzmittels Viagra bekannt ist. Das wirft nicht nur Fragen zur Legalität auf, sondern auch zur Sicherheit der Verbraucher.
Der Fahrer des türkischen Lastkraftwagens, der die Ware transportierte, gab an, keine anmeldepflichtigen Waren oder verbotenen Gegenstände mitzuführen. Er behauptete, die fünf originalverpackten Gläser „Mysem Life Honey“ wären für seinen in Deutschland lebenden Bruder bestimmt. Bei der Kontrolle konnte er jedoch kein Rezept vorlegen – ein klares Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Daraufhin wurde ein Steuerstrafverfahren gegen ihn eingeleitet.
Risiken und Nebenwirkungen von Sildenafil
Die Gefahren, die von der Einnahme von Sildenafil ausgehen können, sind nicht zu unterschätzen. Laut Verbraucherschutz können Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Schwindel sowie Verdauungs- und Sehstörungen auftreten. Besonders besorgniserregend sind die möglichen Wechselwirkungen mit bestimmten Herzmedikamenten, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Einigen Berichten zufolge sind die Risiken auch bei vermeintlich harmlosen Produkten wie Potenzhonig nicht zu unterschätzen.
Interessanterweise gibt es auch Warnungen vor ähnlichen Produkten, wie zum Beispiel der „Lotus Mixed Herbal Paste with Honey“, die bei Amazon verkauft wird. Diese Paste enthält ebenfalls den nicht deklarierten Wirkstoff Sildenafil. Käufer sind aufgefordert, das Produkt nicht einzunehmen und bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Das zeigt deutlich, dass man bei der Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln, die als potenzsteigernd beworben werden, äußerst vorsichtig sein sollte.
Die Problematik illegaler Potenzmittel
Regelmäßig beschlagnahmt der Zoll Potenzhonig und andere illegale Potenzmittel. Ein Beispiel: Im Frühjahr 2025 wurden am Flughafen Köln/Bonn fast 35 kg solcher Produkte sichergestellt. Diese Substanzen, oft als „türkischer Honig“ oder „Miracle Honey“ vermarktet, versprechen eine Verbesserung der Potenz, enthalten aber oftmals gefährliche Wirkstoffe. Der Urologe Prof. Dr. Axel Merseburger warnt ausdrücklich vor den akuten Gesundheitsrisiken, die insbesondere für Männer mit Vorerkrankungen bestehen.
Warum sind solche Produkte überhaupt so populär? Viele Menschen suchen nach schnellen Lösungen für Erektionsstörungen, ohne sich über die möglichen gesundheitlichen Folgen im Klaren zu sein. Erektionsstörungen sollten ärztlich abgeklärt werden, da sie auf ernsthafte Gefäßprobleme hinweisen können. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass Honig selbst keine nachweisbaren Stoffe zur Potenzsteigerung enthält – hier wird oft mit falschen Versprechungen geworben.
Verbraucherwarnungen und wissenschaftliche Unsicherheiten
Die Verbraucherzentrale weist auf die Problematik hin, dass viele Pflanzenstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, besonders aus asiatischen Ländern, in der EU wegen fehlender Sicherheitsnachweise nicht erlaubt sind. Beispiele wie die Juckbohne oder die Elfenblume sind nur einige der verbotenen Pflanzenstoffe. Zudem werden oft unzureichend getestete Produkte als „rein pflanzlich“ beworben – was nicht zwangsläufig harmlos bedeutet.
Produkte, die als Hilfe gegen Erektionsstörungen angepriesen werden, sollten mit äußerster Vorsicht betrachtet werden. Der Kauf in Online-Apotheken ohne Rezept ist gesundheitlich bedenklich. Verbraucher sind gut beraten, sich über die Risiken und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren, bevor sie auf solche Angebote eingehen. Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen.