Im malerischen Landkreis Weilheim-Schongau wird derzeit eine spannende Initiative ins Leben gerufen: Man sucht ehrenamtliche Biberberater! Ja, genau, die kleinen Nager sind nicht nur für ihre beeindruckenden Dämme bekannt, sondern auch für ihre Rolle im Ökosystem. Das Ziel dieser Suche? Die Biber zu schützen und eine Brücke zwischen ihnen und den Menschen zu schlagen. Wer hätte gedacht, dass man sich als Biberberater sogar mit dem Bundesnaturschutzgesetz und den „Richtlinien zum Bibermanagement in Bayern“ auseinandersetzen muss?

Die Aufgaben dieser Berater sind so vielfältig wie die Natur selbst. Sie kümmern sich um Monitoring und Dokumentation, was bedeutet, dass sie Biberdämme, -burgen und -schäden erfassen. Zudem stehen sie den Bürgern und Kommunen beratend zur Seite, wenn es darum geht, wie man am besten mit den kleinen Baumeistern umgeht. Aber bevor man sich für diesen Job bewirbt, sollten einige Voraussetzungen erfüllt sein. Ein echtes Interesse am Natur- und Artenschutz, vor allem an der heimischen Tierwelt, ist wichtig. Außerdem ist eine selbstständige Arbeitsweise von Vorteil, ebenso wie der Führerschein der Klasse B.

Die Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde

Die Untere Naturschutzbehörde hat einiges zu bieten: Eine enge und vertrauensvolle Abstimmung mit Sachbearbeitern, regelmäßige Fortbildungen und sogar einen speziellen Lehrgang für angehende Biberberater. Für den Einsatz gibt es eine angemessene Entschädigung, die über Stunden- und Kilometerpauschalen abgerechnet wird. Und keine Sorge – die Kosten für Arbeitsmaterial und Schulungen werden ebenfalls übernommen. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0881/6811692 oder per E-Mail an umweltverwaltung@lra-wm.bayern.de melden.

Als ein kleiner Zusatz: Wusstet ihr, dass der Biber im 19. Jahrhundert in Bayern durch den Menschen ausgerottet wurde? In den 1960er bis 1980er Jahren fand dann eine Wiederansiedlung statt und heute leben schätzungsweise 22.000 Biber in etwa 6.000 Revieren in Bayern. Die Region ist mittlerweile fast flächendeckend von diesen faszinierenden Tieren besiedelt. Das Bayerische Umweltministerium hat vor über 10 Jahren ein Bibermanagement etabliert, um schadensbedingte Konflikte zu minimieren und den Erhaltungszustand der Biberpopulation zu sichern.

Ein Blick auf das Bibermanagement

Die Verantwortung für das Bibermanagement liegt bei den unteren Naturschutzbehörden der Kreisverwaltungsbehörden. Rund 400 lokale ehrenamtliche und fachlich geschulte Biberberater unterstützen dieses Management. Zwei Bibermanager stehen ebenfalls zur Verfügung, um ihre Expertise einzubringen. Der Freistaat Bayern hat zudem freiwillige finanzielle Ausgleichszahlungen für durch Biber verursachte Schäden in der Landwirtschaft, Teichwirtschaft und Forstwirtschaft eingerichtet. Diese Ausgleichszahlungen werden je nach Schadenshöhe berechnet und in der ersten Hälfte des Folgejahres ausgezahlt.

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Doch das ist noch nicht alles. Die Richtlinien zum Bibermanagement, die zuletzt am 7. Juni 2023 geändert wurden, umfassen vier zentrale Säulen: Information der Betroffenen, präventive Maßnahmen, Zugriffsmaßnahmen und Ausgleichszahlungen. Und auch wenn der Biber besonders und streng geschützt ist, gibt es Möglichkeiten für Entnahmen, wenn gängige Lösungen nicht wirksam sind.

Das alles zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen Natur und menschlichen Bedürfnissen zu finden. Die ehrenamtlichen Biberberater spielen dabei eine Schlüsselrolle. Wer also Interesse hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen und Teil dieses wichtigen Projekts werden!