Heute ist der 13.05.2026 und die Berliner Abwanderung bleibt ein heißes Thema. Es scheint, als würden die Menschen der Hauptstadt immer mehr den Rücken kehren. Ein prominentes Beispiel ist die Sängerin Sarah Connor, die nach Jahren im Berliner Ortsteil Grunewald nun in Frankreich lebt. Auf Instagram teilte sie mit, dass sie immer davon geträumt hat, am Meer zu leben. Das scheint ein Trend zu sein, denn seit 2020 steigt die Zahl der Menschen, die Berlin verlassen. Im Jahr 2020 verließen rund 145.000 Menschen die Stadt, und im Jahr 2024 waren es bereits über 159.000, was die Abwanderung auf einen neuen Rekordkurs bringt.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS) ermittelte, zogen im Zeitraum von Januar bis November 2024 bereits 147.490 Personen fort. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr wäre das eine erschreckende Zahl von knapp 161.000 Fortzügen. Besonders betroffen sind junge Familien, vor allem Menschen im Alter von 30 bis 49 Jahren. Hohe Immobilienpreise und teure Mieten sind wohl die Hauptgründe für diese Abwanderung. Wo bleibt da der Platz für eine junge Familie? Die Situation in der Hauptstadt ist nicht einfach, und während Berlin einen innerdeutschen Wanderungsverlust von rund 14.800 Personen im Jahr 2024 verzeichnet, profitiert Brandenburg von der Situation. Fast doppelt so viele Berliner ziehen nach Brandenburg als umgekehrt. Über 29.000 Menschen verließen Berlin in Richtung Brandenburg, während nur etwa 17.300 Brandenburger nach Berlin zogen, meist junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren.

Der Zuzug und die neue Migrantenstruktur

Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Berlin wächst weiterhin, und zwar durch Zuwanderung aus dem Ausland. Im Jahr 2024 gab es rund 186.000 Zuzüge, davon kamen fast 122.000 aus anderen Ländern. Der Wanderungsgewinn für die Hauptstadt betrug 2024 fast 42.000 Menschen. Die größten Gruppen unter den Zuwanderern sind nun nicht mehr die Ukrainer, sondern Inder – mit 10.544 Personen. Wissenschaftler Frederick Sixtus erklärt, dass Großstädte wie Berlin mehr Zuzüge aus dem Ausland als Fortzüge aufweisen, während die innerdeutschen Umzüge oft in ländliche Gebiete führen.

Eine Analyse der Wanderungsbewegungen zeigt, dass Berlin im Jahr 2023 insgesamt 187.971 Zuzüge und 155.206 Fortzüge verzeichnete, was zu einem Wanderungsgewinn von 32.765 Personen führte. Ein Rückgang der Flüchtlingszahlen hat jedoch zu reduzierten Wanderungsgewinnen geführt. 2022 lag der Plus noch bei 84.584 Personen. Interessanterweise zogen 33.425 Personen von Berlin nach Brandenburg, während nur 16.675 in die entgegengesetzte Richtung gingen, was einen Wanderungsverlust von 16.750 Personen zur Folge hatte. Die Dynamik innerhalb Berlins zeigt, dass 11 von 12 Bezirken Wanderungsgewinne verzeichneten, während Friedrichshain-Kreuzberg einen negativen Saldo von -365 aufweist.

Die Beliebtheit der Randgebiete

Die zentralen Bezirke ziehen also die meisten Zugewanderten an, während Umzüge innerhalb Berlins häufig in die äußeren Bezirke gehen. Besonders beliebt sind das Havelland und die Landkreise Oberhavel und Barnim in Brandenburg, während Potsdam und Teltow-Fläming für viele Berliner zu teuer geworden sind. Die höchsten Wanderungsgewinne verzeichneten die Bezirke Marzahn-Hellersdorf (+6.540), Treptow-Köpenick (+5.480) und Lichtenberg (+3.876). Umgekehrt haben Bezirke wie Reinickendorf und Mitte hohe Binnenwanderungsverluste von -8.889 beziehungsweise -6.013.

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Die Situation ist komplex und spiegelt einen tiefen Wandel in der Stadt wider. Während junge Familien und Berufstätige die Stadt verlassen, zieht es andere, insbesondere junge Leute aus dem Ausland, in die pulsierende Metropole. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Dynamik in den kommenden Jahren entwickeln wird. Berlin ist und bleibt ein faszinierender Ort, aber auch einer, der Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringt – sowohl für Neuankömmlinge als auch für die, die die Stadt hinter sich lassen.