Das Café Kranzler, ein echtes Stück Berliner Geschichte, kehrt endlich zurück an den Kurfürstendamm, genauer gesagt an die Ecke zur Joachimsthaler Straße. Wer hätte gedacht, dass es so lange dauert? Dieses Café war nicht nur eine Institution in West-Berlin; es war ein Ort, an dem sich die Menschen unter rot-weiß gestreiften Markisen versammelten, um das besondere Flair der Stadt zu genießen. Die Rotunde, die bei vielen als das Herzstück des Cafés galt, hat eine atemberaubende Panorama-Aussicht geboten, die selbst die grauesten Tage erhellte.
Jetzt, nach Jahren des Stillstands, hat ein internationales Gastronomie-Unternehmen die Flächen übernommen und plant, alle drei Etagen des Kranzler Eck zu nutzen. Ihr Ziel? Die berühmte Historie des Cafés fortzuführen und es zu einem neuen Treffpunkt im Herzen der City West zu machen. Die Übergabe der Räumlichkeiten ist für den Sommer 2024 angesetzt, und die Wiedereröffnung soll spätestens im Herbst 2024 stattfinden. Das lässt die Vorfreude steigen!
Eine lange Geschichte
Die Wurzeln des Cafés reichen zurück bis ins Jahr 1825, als Johann Georg Kranzler in Berlin-Mitte eine Konditorei eröffnete. Die Filiale am Ku’damm, die 1932 als „Restaurant und Konditorei Kranzler“ ihre Türen öffnete, überstand die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. In den 1950er Jahren zog das Café in einen Neubau um – ein Schritt, der für viele Berliner von Bedeutung war. Doch die Geschichte des Kranzler Eck ist nicht nur eine der Kontinuität, sondern auch des Wandels. In den 1980er Jahren wurde es nach den Plänen des Architekten Helmut Jahn neu gestaltet, und 2015 musste das Café erneut schließen. Der letzte Betreiber, die Berliner Rösterei „The Barn“, übernahm 2016, aber auch dieser Versuch konnte das Café nicht langfristig retten.
Nun, im Jahr 2024, steht die Rotunde wieder leer, während Umbauten auf dem Dach vorbereitet werden. Spannend ist, dass auch die Drogeriemarktkette Rossmann im Gebäudeteil an der Joachimsthaler Straße bis zum Herbst 2024 eine Filiale plant. Das Dach wird mit Stauden, Gräsern und Kräuterpflanzen umgestaltet. Hier entsteht ein begrünter Dachgarten – ein Ort zum Entspannen und Verweilen. Besucher können über eine Holzterrasse Nischen erreichen, die zum Sitzen und Liegen einladen.
Ein neuer Treffpunkt
Die Planungen sehen vor, dass im Innenhof des Cafés künftig Veranstaltungen für bis zu 300 Personen stattfinden können. Diese könnten in Kooperation mit Sportvereinen und kulturellen Events gestaltet werden. Die ersten Nutzungen im neu strukturierten Innenhof sollen bereits im Laufe des Jahres 2023 möglich sein. Ein Konzept, das die Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und temporären Veranstaltungen während der Umbauphase befördert – ein mutiger Schritt, um das Kranzler Eck wieder zu beleben.
Die Pläne stammen in Teilen vom New Yorker Architekturbüro HWKN, das mit dem Projektentwickler Accumulata zusammenarbeitet. Geplant ist eine stärkere Öffnung des Gebäudes zum Stadtraum und eine zeitgemäße Interpretation der historischen Struktur. Diese Herangehensweise könnte dem Café Kranzler helfen, in die moderne Welt zu finden, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Denn die Berliner Kaffeehauskultur ist mehr als nur ein Trend – sie ist seit über 300 Jahren ein Teil der Stadt, ein Ort der Begegnung und des Genusses.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als in einem historischen Café zu sitzen, die Atmosphäre aufzusaugen und die Geschichten der Menschen zu hören, die dort verweilen. Das Café Kranzler wird bald wieder ein solcher Ort sein – und die Vorfreude auf die kommende Wiedereröffnung ist riesig. Bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Betreiber die Traditionen des Hauses respektieren und gleichzeitig frischen Wind hineinbringen. Berlin, mit seiner lebendigen Kaffeehauskultur, wird das Kranzler Eck dringend brauchen.
Für weitere Informationen über die Rückkehr des Café Kranzler, lohnt sich ein Blick in den Artikel bei Tagesspiegel oder auf Entwicklungsstadt.