In Berlin, nur fünf Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus, hat Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken, die schwarz-rote Landesregierung scharf kritisiert. Sie fordert eine Ablösung des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und hat klare Vorstellungen, wie Berlin bezahlbarer werden könnte. Unter Wegners Führung seien die Mieten gestiegen, was Eralp als untragbar erachtet. Ihrer Meinung nach müsse eine Vermögensteuer auf Bundesebene eingeführt werden, um die finanziellen Mittel für sozialen Wohnungsbau zu generieren. Die Linke plant, die Probleme des Wohnungsmangels und der hohen Mieten mit einem ambitionierten Wahlprogramm anzugehen, das die Schaffung von jährlich 7.500 Wohnungen durch landeseigene Unternehmen vorsieht. Zudem will die Partei einen Mietendeckel einführen und ein Landesamt für Mieterschutz schaffen, um den Mietern besser zur Seite zu stehen. Diese Themen stehen im Mittelpunkt der nächsten Wahlen, wie Eralp betont: „Wir wollen das beste Ergebnis in Berlin erzielen.“
Die Parteivorsitzende Kerstin Wolter sieht die Chance, die Bürgermeisterin zu stellen, als realistisch an und hebt die Notwendigkeit einer klaren Stimme gegen Sozialkürzungen hervor. Ines Schwerdtner, die Bundesvorsitzende der Linken, ergänzt, dass das Rathaus in Berlin bereits rot sei und auch die Politik entsprechend gestaltet werden müsse.

Wahlprogramm und Strategien der Linken

Am 20. September 2026 wird das Wahlprogramm der Linken zur Abgeordnetenhauswahl vorgestellt, wobei der Parteitag bereits am 25. April 2026 im Dong Xuan Haus in Berlin-Lichtenberg stattfindet. 175 Delegierte werden über mehr als 250 Änderungsanträge zu einem 24-Punkte-Entwurf abstimmen. Im Mittelpunkt steht die Mietenpolitik, und Elif Eralp hat klare Forderungen formuliert: Neben einem neuen Mietendeckel soll ein strikter Räumungsstopp bei landeseigenen Wohnungsunternehmen eingeführt werden. Die Linke plant außerdem, innerhalb von zehn Jahren 75.000 kommunale Wohnungen zu bauen und jährlich rund 19.000 neue bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Einführung eines 9-Euro-Sozialtickets für den Nahverkehr, um die Mobilität für alle Berliner zu verbessern.
Die Linke hat sich als die einzige echte Alternative zur schwarz-roten Koalition positioniert und plant, aktiv an über 350.000 Türen in Berlin zu klingeln, um Wähler zu erreichen.

Die Mietensituation in Deutschland

Die Mietensituation in Deutschland ist angespannt: Mehr als die Hälfte der Menschen wohnt zur Miete, und jeder dritte Mieterhaushalt zahlt mehr als 30% seines Einkommens für Miete und Heizkosten. Melanie Weber-Moritz, die Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbundes, bezeichnet Wohnen sogar als Armutsrisiko. In großen Städten wie Berlin steigen die Mieten seit Jahren, was auch Haushalte mit mittleren Einkommen stark belastet. Weber-Moritz fordert daher einen bundesweiten Mietenstopp für sechs Jahre in angespannten Wohnungsmärkten.
Die Linke fordert einen Mietendeckel, der bestehende Mieten einfrieren und überhöhte Mieten reduzieren würde. Während die Ampel-Koalition verspricht, mehr sozialen Wohnungsbau zu schaffen, bleibt der Erfolg dieser Versprechen fraglich. Der Mietendeckel in Berlin wurde 2020 eingeführt, jedoch 2021 vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Aktuelle Umfragen zeigen die CDU an der Spitze mit 21-22%, gefolgt von der Linken, AfD, SPD und Grünen mit geringem Abstand. Kai Wegner warnt vor einer Radikalisierung der Linken und betrachtet sie als Hauptkonkurrenten.
Die nächsten Monate werden für die Berliner Wähler entscheidend sein. Die Linke hat mit ihrem klaren Fokus auf Mietenpolitik und sozialer Gerechtigkeit das Potenzial, die Wählergunst für sich zu gewinnen und die politische Landschaft Berlins maßgeblich zu beeinflussen.