Heute ist der 25.06.2026 und in Friedrichshain-Kreuzberg brodelt es gewaltig. Die Diskussion um das RAW-Gelände in Berlin hat eine neue, hitzige Wendung genommen. Besonders betroffen ist der Club „Cassiopeia“, dessen Räumung am Ende des Monats droht. Das würde nicht nur das Ende eines beliebten Kulturorts bedeuten, sondern könnte auch die Insolvenz des Clubs zur Folge haben. Ein herber Schlag für die Kulturszene und die Menschen, die hier regelmäßig feiern und kreative Projekte umsetzen.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat kürzlich eine Resolution beschlossen, die sich klar für den Erhalt des RAW-Geländes und aller dort ansässigen kulturellen Einrichtungen einsetzt. Diese Resolution, die auf Tagesspiegel veröffentlicht wurde, fordert die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen dem Bezirk und der Kurth-Gruppe, dem Eigentümer des Geländes. Diese Verhandlungen ziehen sich bereits seit Jahren hin, ohne dass eine Einigung in Sicht ist. Die BVV fordert eine Akzeptanz des Vertragsangebots vom Bezirk und Senat, um die kulturellen Einrichtungen nicht dem Wohnungsbau zum Opfer fallen zu lassen.

Ein Kulturkampf in der Stadt

Der Konflikt um das RAW-Gelände eskaliert, und die Kurth-Gruppe hat das Bebauungsplanverfahren „RAW West“ für gescheitert erklärt. Der Bezirk und der Senat sind jedoch nicht bereit, kampflos aufzugeben. „Wir fordern weitere Verhandlungen“, so ein Sprecher, und das Ziel ist klar: Die Umwandlung des RAW-Geländes in ein gemischt genutztes Stadtviertel, in dem sowohl Wohnraum als auch kulturelle Einrichtungen Platz finden sollen. Doch die Forderungen der Kurth-Gruppe nach der Räumung einzelner Betreiber haben die Stimmung aufgeheizt – und zwar nicht nur unter den Betreibern, sondern auch bei den Anwohnern und Kulturfreunden.

In einer Resolution wird sogar festgestellt, dass „egal ob Atelier oder Club, Skatehalle und Jugendangebot… sollte auch nur eine*r von ihnen vertrieben werden, verstehen wir dies als Angriff auf das Gesamte.“ Ein starkes Wort, das die Wichtigkeit dieser Orte für die Gemeinschaft unterstreicht. Die BVV fordert zudem, das Areal als Gewerbegebiet mit kultureller Nutzung zu sichern, ohne Wohnungsbau. Das steht im krassen Gegensatz zu den Plänen der Kurth-Gruppe, die Wohnungen auf dem Gelände errichten will, jedoch nur drei Jahre günstige Mieten für kulturelle Einrichtungen in Aussicht stellt.

Der Druck wächst

Die Situation wird noch komplizierter durch die Tatsache, dass der Bezirk den Zeitpunkt der Räumungsaufforderungen als äußerst ungünstig kritisiert. Der Rahmenvertragsentwurf, der vom Senat und Bezirk vorgelegt wurde, sollte die Entwicklungsinteressen der Eigentümer mit der Sicherung des „Soziokulturellen L“ verbinden. Doch bislang sind die Gespräche eher stockend. Es gibt bereits einen Schallgutachten, das in Auftrag gegeben wurde, und das Bebauungsplanverfahren „2-25a“ läuft seit 2019. Hier sollen endlich neue Baurechte und die Sicherung bestehender Kultur- und Clubnutzungen geschaffen werden.

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Die Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, die von den BVV-Fraktionen der Grünen, Linken und SPD gefordert wurde, zeigt das breite Interesse an einer Lösung. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Konflikt weiter entwickeln wird. Eines ist sicher: Die Kulturorte am RAW-Gelände sind nicht nur Gebäude, sie sind Teil des Lebensgefühls vieler Menschen – und die Auseinandersetzungen um ihren Erhalt werden noch lange nicht enden.

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