Heute ist der 9.06.2026, und in Friedrichshain-Kreuzberg brodelt es wieder in der Verkehrspolitik. Die Senatsverkehrsverwaltung hat kürzlich den Antrag auf Tempo 30 in der Yorckstraße, einem beliebten Schulweg, abgelehnt. Dieser Antrag kam von der Verkehrs-AG der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule. Ein klarer Aufruf zur Erhöhung der Sicherheit für die vielen Kinder, die diesen Weg nutzen. Zwischen Katzbachstraße und Großbeerenstraße sollte die Geschwindigkeit reduziert werden, um die Schulwege sicherer zu gestalten.

Der Bezirk, der bekanntlich von den Grünen regiert wird, hatte sich hinter die Forderung gestellt. Witzigerweise haben Eltern sogar mehr als 1000 Unterschriften gesammelt, um das Thema voranzubringen. Aber die Senatsverkehrsverwaltung sieht die Yorckstraße nicht als hochfrequentierten Schulweg an. Laut deren Aussage nutzen nur „einzelne Schüler:innen“ diesen Weg. Ja, so kann man es auch nennen, wenn mehrere hundert Kinder täglich die Straße überqueren!

Die Realität auf der Yorckstraße

Die Yorckstraße ist zweifellos stark befahren. Polizei-Messungen haben gezeigt, dass 99 Prozent der Autos dort zu schnell fahren. Und dabei ist das nicht nur eine Zahl – das sind echte Kinder, die tagtäglich in Gefahr sind! Eine Schulweganalyse aus dem Jahr 2018 ergab, dass mehr als 100 Kinder diesen Weg als Schulweg nutzen. Eva Eichenauer von der AG Verkehr der Schule hat es treffend formuliert: Der Senat stellt Autofahrer über Kinder. Das kann man sich kaum vorstellen, oder?

Oda Hassepaß, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnet die Yorckstraße sogar als „stadtbekannte Raserstrecke“. Ein harsches Urteil, doch angesichts der Gegebenheiten nicht unbedingt falsch. Sie kritisiert zudem die CDU-Politik als gefährdend für die Sicherheit von Schulkindern. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hat zwar in einem Interview betont, dass die Sicherheit von Schulwegen höchste Priorität hat, aber es scheint, als ob Tempo 30 nach Gutdünken nicht einfach angeordnet werden kann. Ist das nicht ein bisschen absurd?

Eltern und Kinder fordern Sicherheit

Die Eltern und die Schule setzen sich unermüdlich für die Sicherheit der Kinder ein. Sie fordern Maßnahmen, die die Gefahren auf dieser stark befahrenen Straße reduzieren. Der Schulweg sollte schließlich ein Ort der Sicherheit sein, nicht der ständigen Angst. Außerdem ist es einfach nicht nachvollziehbar, dass der Senat nicht erkennt, wie wichtig eine Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich ist. Stattdessen wird auf eine „regelmäßige und erkennbare Bündelung von Schülerverkehren in größerer Anzahl“ verwiesen, die laut den Ortsbegehungen nicht nachweisbar ist. Wer entscheidet hier eigentlich, was nötig ist?

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Diskussion um Tempo 30 wird sicherlich weitergeführt werden, denn die Eltern und die Schule geben nicht auf. Es ist an der Zeit, dass die Sicherheit der Kinder in den Vordergrund rückt und nicht die Interessen von Autofahrern. Man kann nur hoffen, dass der Senat endlich ein Einsehen hat und die notwendigen Schritte unternimmt, um die Schulwege sicherer zu machen.

Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt - die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom.