Der Stadtse­nat von Klagenfurt hat beschlossen, die 20-prozentige städtische Beteiligung an der Kärntner Flughafen Betriebs­gesellschaft mbH abzugeben. Diese Entscheidung, die von Finanz- und Beteiligungsreferentin DI Constance Mochar initiiert wurde, erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage und der Befürchtung, dass zukünftige Zuschussanforderungen das Stadtbudget überfordern könnten. Mochar hebt die Wichtigkeit hervor, handlungsfähig zu bleiben und gezielt in eine nachhaltige finanzielle Zukunft der Stadt zu investieren. Die Anteile werden an die Kärntner Beteiligungsverwaltung (K-BV) abgegeben, die bereits 80 Prozent des Unternehmens hält. Diese Entscheidung wurde getroffen, da bis Ende Juni keine Gemeinderatssitzung mehr stattfindet, was die Dringlichkeit unterstreicht.

Im Rahmen der politischen Entscheidung verweist Mochar auf den Endbericht des städtischen Konsolidierungsstabs, der von internalen Fachleuten sowie externen Experten erstellt wurde. Der Bericht legt die Herausforderungen beim Beschlussfassung des Budgets dar und weist auf die Notwendigkeit hin, Mut und Verantwortung bei Priorisierungen zu zeigen. Ein Ziel ist es, ein beschlussfähiges Budget im Sommer zu erreichen, um Klagenfurt finanziell stabil und investitionsfähig zu halten.

Hintergrund und Kritik am Flughafenbetrieb

Die Abgabe der Anteile erfolgt in einem kritischen Umfeld, das auch durch die Veröffentlichung des Prüfberichts des Kärntner Landesrechnungshofs (LRH) zur Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft (KFBG) geprägt ist. Dieser Bericht, der die Jahre 2018 bis 2024 umfasst, kritisiert die damalige Geschäftsführung unter Franz Peter Orasch stark. Hauptkritikpunkte beinhalten intransparente Geschäftsbeziehungen und die Feststellung, dass verrechnete Preise als zu hoch eingestuft wurden.

Zusätzlich wurden fragwürdige wirtschaftliche Entscheidungen dokumentiert, wie der Verkauf von Winterdienstfahrzeugen zur Liquiditätsbeschaffung und die Übernahme einer defizitären Betankungsanlage für 355.000 Euro. Diese Vorfälle werfen einen Schatten auf die gesamte Flughafenstrategie, die seit der Rückführung in öffentliches Eigentum im Juli 2023 einer umfassenden Restrukturierung unterzogen wird.

Optimistische Ausblicke und Herausforderungen

Trotz der Schwierigkeiten zeigt die KFBG positive Entwicklungen: Im ersten Quartal 2025 konnte ein Passagierwachstum von 25 Prozent verzeichnet werden und internationale Airline-Partner, wie Eurowings, kehrten zurück. Das Unternehmen plant zudem, zu Unrecht verrechnete Leistungen an Orasch und seine Gesellschaften zur Verrechnung zu bringen, um die Finanzlage weiter zu verbessern.

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In Anbetracht der finanziellen Herausforderungen, die auch auf kommunaler Ebene bestehen, wird ein kommunaler Investitionsstau von insgesamt 186 Milliarden Euro gemeldet. Im Rahmen der Fachtagung „Öffentliche Finanzen: Aktuelle Entwicklungsfragen der öffentlichen Finanzen“, die in Berlin stattfindet, werden relevante Themen zur Schuldenbremse und zu den steigenden Verschuldungen behandelt. Diese Tagung soll Fachpolitiker:innen und Finanzpraktikern als Plattform für den Dialog dienen und wichtige Impulse für die zukünftige finanzielle Strategie bieten.

Insgesamt stehen sowohl Klagenfurt als auch die KFBG vor großen Herausforderungen, wobei die Abgabe der Flughafenanteile ein entscheidender Schritt ist, um der finanziellen Belastung entgegenzuwirken und die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen.

Für detaillierte Informationen zu den geplanten strukturellen Reformen und den langfristigen finanziellen Herausforderungen empfehlen wir die Berichte von Klick Kärnten, 5min und KBW.