In den letzten Tagen hat die Netflix-Komödie „Ladies First“ für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Die beiden Stars Sacha Baron Cohen und Rosamund Pike bringen frischen Wind in die Filmwelt. Cohen mimt den Macho Damien Sachs, der nach einem Unfall in einer Parallelwelt erwacht, in der Frauen das Sagen haben. Hier benehmen sich die Damen wie Machos, und die Männer werden eher als Objekte dargestellt. Ein interessanter Perspektivwechsel, der sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregt. Der Film hat in den ersten zehn Tagen nach seiner Veröffentlichung am 22. Mai bereits etwa 31 Millionen Abrufe erzielt, was ihn zu einem echten Hit macht. Besonders in Ländern wie Kanada, Frankreich und sogar Österreich war der Film der absolute Favorit auf Netflix. In Deutschland war nur der Animationsfilm „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“ erfolgreicher.
Der Film, der auf der französischen Komödie „Kein Mann für leichte Stunden“ basiert, hat jedoch gemischte Kritiken erhalten. Viele Kritiker beschreiben ihn als Beispiel für „bequemen Feminismus“ und werfen ihm vor, nicht die Tiefe zu erreichen, die man von einem solchen Thema erwarten würde. Medien wie die Financial Times und die New York Times haben ihre Bedenken geäußert. Die Diskussion um Geschlechterrollen, die durch den Film angestoßen wird, könnte jedoch durchaus fruchtbar sein, auch wenn der Film selbst nicht für jeden Zuschauer geeignet ist.
Der Cast und die Macher
Regie führte Thea Sharrock, während das Drehbuch von Natalie Krinsky, Cinco Paul und Katie Silberman stammt. Neben Cohen und Pike sind auch Richard E. Grant, Emily Mortimer, Charles Dance und Fiona Shaw in weiteren Rollen zu sehen. Die Vielfalt im Cast ist ein weiteres interessantes Element des Films, das die Diskussion über Geschlechterdarstellungen und -rollen anheizt. Die Mischung aus Humor und ernsthaften Themen könnte ein Schlüssel zu seinem Erfolg sein. Der Trailer ist bereits auf der Webseite von Netflix verfügbar – einen Blick darauf könnte sich lohnen!
Doch wie sehr hat sich die Filmbranche in Bezug auf Geschlechterdarstellungen verändert? Eine umfassende Studie des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock zeigt, dass es noch viel zu tun gibt. Die letzte Untersuchung zu Geschlechterdarstellungen im deutschen Fernsehen stammt aus den 90er Jahren und die Daten zum Kinderfernsehen sind sogar über 10 Jahre alt. Es gibt schlichtweg keine repräsentativen Daten über den deutschen Film. Die Ergebnisse dieser Studie könnten neue Perspektiven eröffnen und die Diskussion um Filme wie „Ladies First“ noch verstärken. Die Zukunft der Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen bleibt also spannend und auf jeden Fall ein Thema, das wir weiterhin im Auge behalten sollten.
