Mieter in Lichtenberg kämpfen gegen katastrophale Wohnbedingungen
In Lichtenberg, einem Stadtteil Berlins, kämpfen die Mieter eines Mietshauses an der Frankfurter Allee 263/265 mit gravierenden Mängeln. Die Zustände sind katastrophal. Eine Mieterin berichtet von Schäden am Dach und an der Fassade, die dazu führen, dass Wasser ins Gebäude dringt und es zu Schimmelbildung in den Wohnungen kommt. Besonders besorgniserregend ist die Situation von Klaus Radermacher, der seit Januar 2025 ohne funktionierende Therme lebt. Mitten im Winter bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit Campingduschen und Gasflaschen zu improvisieren. Bisher hat er dafür bereits etwa 1000 Euro ausgegeben und möchte sein Geld zurück.
Die Eingangstür des Hauses schließt nicht richtig, was zu ungebetenen Gästen führt. Im Hausflur riecht es nach Urin, und bei einem anderen Aufgang fehlt der Türgriff komplett. Birgit Appenowitz, eine weitere Mieterin, hat seit über drei Jahren keine Heizung. Gespräche mit der Hausverwaltung blieben bisher ohne Erfolg. Das Bezirksamt Lichtenberg wurde im Februar 2026 über die Zustände informiert und ein Mitarbeiter dokumentierte die Schäden. Der Eigentümer der Immobilie, der vor drei Jahren verstorben ist, lässt die Mieter im Ungewissen. Erbstreitigkeiten behindern die notwendige Instandsetzung, da die Tochter des verstorbenen Eigentümers keinen Zugriff auf Konten oder Unterlagen hat.
Rechtslage und mögliche Konsequenzen
Die Mieter befürchten, dass die Wasserversorgung aufgrund offener Rechnungen bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) im niedrigen fünfstelligen Betrag eingestellt wird. Die BWB hat bereits erklärt, dass eine Wasserausschaltung das letzte Mittel sein sollte und hofft auf eine Lösung. Die Situation verdeutlicht, wie wichtig es ist, bei Mängeln wie Schimmel und Heizungsproblemen rechtzeitig zu handeln. Laut Experten führen solche Probleme häufig zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Die Beweislast im Mietrecht liegt zunächst beim Vermieter, der nachweisen muss, dass der Schimmel nicht bauwerksbedingt ist.
Studien belegen, dass Baumängel in fast 50 % der Fälle für Schimmelbildung verantwortlich sind. Mieter sollten ein Lüftungsprotokoll führen, um ihr ordnungsgemäßes Verhalten zu dokumentieren, während Fotos als wichtigstes Beweismittel gelten sollten. Eine schriftliche Mängelanzeige an den Vermieter ist gesetzlich vorgeschrieben und sollte unbedingt erfolgen. Mieter haben das Recht auf Mietminderung, die je nach Schimmelbefall zwischen 10 % und 80 % liegen kann. Doch dafür müssen gesundheitliche Beeinträchtigungen nachweisbar sein.
Schimmel als ernstes Problem
In einem Mietverhältnis ist Schimmel kein Schönheitsproblem. Er kann die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung erheblich beeinträchtigen. Die genaue Ursache für Schimmel muss ermittelt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Ursachen können bauliche Mängel, Wärmebrücken, undichte Leitungen oder falsches Wohnverhalten sein. Wichtig ist, dass Mieter Mängel frühzeitig anzeigen und dokumentieren. Vermieter sind verpflichtet, Mängel ernsthaft zu prüfen und dürfen sich nicht mit pauschalen Vorwürfen zum Lüftungsverhalten begnügen.
Eine Mängelanzeige kann entscheidend sein für die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der Probleme. Fotos, Datumsangaben und Beschreibungen der Ausbreitung sind unerlässlich. Das Amtsgericht Köln hat klar festgestellt, dass Vermieter nachweisen müssen, dass der Schimmel nicht auf Mängel zurückzuführen ist. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass Vermieter präventiv in ordentliche Dämmung und Belüftung investieren, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Zur Zeit bleibt den Mietern an der Frankfurter Allee nur das Warten auf die geplanten Anordnungen des Bezirksamts, die die Mängel am Haus beseitigen sollen. Ein Ende des Elends ist noch nicht in Sicht, und die Hoffnung auf eine baldige Lösung schwindet.
Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?
Gerade bei regionalen Medien zählt nicht nur inhaltliche Nähe, sondern auch die technische Abbildung davon. Unsere VeloCore-Plattform, umgesetzt durch Daniel Wom, verbindet lokale Relevanz mit moderner, performanter Technik.
