Umzug der Grundschule Campus Hedwig in neue Räumlichkeiten in Berlin-Lichtenberg
In Berlin-Lichtenberg stehen spannende Veränderungen an: Die Grundschule Campus Hedwig, die 2021 als erste freie Schule im Bezirk gegründet wurde, zieht in neue Räumlichkeiten an der Frankfurter Allee ein. Pünktlich zum neuen Schuljahr nach den Sommerferien wird der Umzug stattfinden, und für die Schulgemeinschaft bedeutet das eine große Erleichterung. Bisher war die Schule provisorisch in Containern im Pfarrgarten der evangelischen Kirche an der Möllendorffstraße untergebracht – eine Lösung, die auf Dauer nicht tragfähig war.
Die SozDia-Stiftung, als Träger der Schule, hat nun die ersehnte Baugenehmigung erhalten. Schulleiter Gérard Leitz bezeichnet diesen Schritt als einen echten Meilenstein für die Schule. Der Umbau der neuen Schulräume im Erdgeschoss des Wohnhauses „Liese“ kann endlich beginnen, und das freut nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Eltern und vor allem die 72 Schülerinnen und Schüler, die dort künftig Platz finden werden. Damit werden 20 zusätzliche Grundschulplätze geschaffen, was in Anbetracht der rund 1000 fehlenden Plätze im Bezirk eine wichtige Entlastung darstellt.
Ein inklusives Konzept für alle
Die Grundschule Campus Hedwig versteht sich als inklusive und beziehungsorientierte Schule. Ihr Konzept umfasst jahrgangsgemischte Lerngruppen, selbstgesteuertes Lernen sowie eine enge Begleitung durch Lehrkräfte und Schulhelfer. Diese Herangehensweise ist besonders wichtig, denn inklusive Bildung ist nicht nur ein Konzept, sondern ein menschenrechtlicher Anspruch, der auch durch die UN-Behindertenrechtskonvention unterstrichen wird. Deutschland hat 2009 die UN-BRK ratifiziert, die in Artikel 24 ein inklusives Bildungssystem fordert. Dabei geht es nicht nur um Integration, sondern um die tatsächliche Umgestaltung des Bildungssystems.
Das Beispiel der Grundschule Campus Hedwig ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch ist die Situation in Deutschland komplex. Im Schuljahr 2023/24 besuchten über 55% der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Förderschulen. Ein Umdenken ist dringend notwendig. Die Exklusionsquote stagniert, und die Aufrechterhaltung separierender Strukturen steht im Widerspruch zu den Zielen der UN-BRK. In diesem Kontext ist der Umzug der Hedwig-Grundschule ein Zeichen der Hoffnung.
Schulbauoffensive in Frankfurt
Während in Berlin-Lichtenberg die Grundschule Hedwig umzieht, gibt es auch in Frankfurt am Main Bestrebungen, die Schulplatzsituation zu verbessern. Hier ist die Stadt als Schulträgerin verantwortlich und hat die Schulbauoffensive ins Leben gerufen. Diese Offensive wird von verschiedenen Dezernaten und Ämtern unterstützt, darunter das Dezernat XI Bildung, Immobilien und Neues Bauen unter Leitung von Stadträtin Weber. Ziel ist es, die Bereitstellung ausreichender Schulplätze zu gewährleisten und den Schulbau zu beschleunigen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den städtischen Gremien, insbesondere den Ortsbeiräten, zeigt, wie wichtig diese Thematik für die Stadt ist. Es wird betont, dass die gesamte Stadt benötigt wird, um gute Schulen zu bauen – ein Appell, der auch für Berlin gilt. Denn letztendlich betrifft das Thema nicht nur die einzelnen Schulen oder Bezirke, sondern die gesamte Gesellschaft.
Herausforderungen und Chancen
Natürlich sind die Herausforderungen groß. In Deutschland gibt es ein selektives Bildungssystem, das durch Bildungsföderalismus geprägt ist. Die Aufrechterhaltung separierender Strukturen wird oft als teuer und ineffizient angesehen. Doch es gibt auch Lichtblicke. Inklusion wird mehr und mehr als Chance angesehen, nicht nur für Kinder mit Förderbedarf, sondern für alle. Immerhin haben Eltern ein Wahlrecht zwischen inklusiver und Förderbeschulung, auch wenn es an sinnvollen inklusiven Optionen mangelt.
Die Entwicklungen an der Hedwig-Grundschule und die Schulbauoffensive in Frankfurt sind spannende Schritte in Richtung einer inklusiveren Bildungslandschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird. Eines ist jedoch klar: Bildung ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft, und es liegt an uns, die Weichen für eine gerechtere Zukunft zu stellen. Mehr Informationen über die Hedwig-Grundschule finden Sie in diesem Artikel vom Tagesspiegel.
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