25 Jahre Apostolische Nuntiatur in Berlin: Ein neuer Nuntius für Deutschland
Heute ist der 21.06.2026 und in Neukölln gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Welt der katholischen Kirche. Die Apostolische Nuntiatur in Berlin feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Diese Institution, die als Botschaft des Heiligen Stuhls fungiert, wurde rund um die Jahrtausendwende in die Hauptstadt verlegt. Der Bundestag hatte am 20. Juni 1991 mit knapper Mehrheit beschlossen, die Bundesregierung sowie über 150 ausländische Botschaften von Bonn nach Berlin zu verlegen. Ein Umzug, der nicht nur die politische Landschaft, sondern auch die religiöse Vertretung in Deutschland maßgeblich beeinflusste.
Die Nuntiatur, die sich in der Lilienthalstraße befindet, liegt abseits des traditionellen Botschaftsviertels und wurde am 29. Juni 2001 feierlich eingeweiht. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano betonte bei dieser Gelegenheit die historische Bedeutung des Neubaus. Das Gebäude, das aus zwei Baukörpern besteht, hat eine Grundfläche von 1.500 Quadratmetern und umfasst eine Kanzlei, Repräsentationsräume, eine Empfangshalle sowie Wohnräume. Besonders hervorzuheben ist die Kapelle, die mit 18 farbigen Fenstern ausgestattet ist, die biblische Geschichten darstellen. Diese architektonischen Details machen das Gebäude zu einem Ort der Nähe zum Volk und des Dialogs, wie Erzbischof Giovanni Lajolo es treffend formulierte.
Ein neuer Nuntius für Deutschland
Mit der Ankunft von Erzbischof Hubertus van Megen in Berlin wird ein neues Kapitel in der Geschichte der Nuntiatur aufgeschlagen. Van Megen folgt auf Erzbischof Dr. Nikola Eterović, dessen Rücktrittsgesuch am 9. April 2026 von Papst Leo XIV. angenommen wurde. Eterović war über zwölf Jahre im Amt und hat in dieser Zeit zwei Bundespräsidenten, drei Bundeskanzler und zahlreiche kirchliche Veranstaltungen begleitet. Sein Engagement wurde von Bischof Dr. Heiner Wilmer, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, gewürdigt. Eterović war bekannt für seine herzliche Art und seine Fähigkeit, das Verhältnis zwischen Staat und Kirche zu stabilisieren.
Die Amtsübernahme von van Megen steht allerdings noch aus. Der neue Nuntius bringt beeindruckende Erfahrungen aus seiner Zeit in Krisenregionen mit, die er während seiner vorherigen Einsätze, unter anderem im Sudan und in Kenia, gesammelt hat. Er wurde 1961 in den Niederlanden geboren und trat 1994 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Seine Ernennung zum Erzbischof erfolgte 2014, und seitdem hat er eine Vielzahl von bilateralen Verträgen zwischen den Bundesländern und dem Heiligen Stuhl begleitet.
Ein Abschieds- und Willkommensgottesdienst
Am 22. April 2026 findet ein Abschiedsgottesdienst für Eterović in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin statt, der von van Megen geleitet wird. Dies wird eine Gelegenheit sein, die Verdienste des scheidenden Nuntius zu würdigen und gleichzeitig den neuen Vertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland willkommen zu heißen. Es ist eine spannende Zeit für die katholische Kirche in Deutschland, da der synodale Weg, der zurzeit viele Diskussionen auslöst, auch während Eterovićs Amtszeit kritisch betrachtet wurde.
Die Nuntiatur in Neukölln ist nicht nur ein politischer, sondern auch ein spiritueller Ort, der die Verbindung zwischen der katholischen Kirche und der Gesellschaft symbolisiert. Mit der neuen Führung unter van Megen könnte sich eine interessante Entwicklung anbahnen, die sowohl die katholische Gemeinschaft als auch die politische Landschaft in Deutschland beeinflussen wird. Wie sich die Dinge entwickeln werden, bleibt abzuwarten – aber sicher ist, dass wir hier in Neukölln einen Ort haben, der eng mit diesen Veränderungen verbunden ist.
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