In einem tragischen Verkehrsunfall in Berlin-Neukölln am Freitagabend gegen 20.45 Uhr wurden zwei 14-jährige Mädchen, die auf einem E-Scooter unterwegs waren, von einem Auto erfasst. Die beiden Mädchen hatten offenbar bei roter Ampel die Fahrbahn auf dem Buckower Damm überquert, als es zu dem Zusammenstoß mit einem 42-jährigen Autofahrer kam, der nicht rechtzeitig bremsen konnte. Die Folgen waren verheerend: Die Fahrerin wurde durch den Aufprall schwer verletzt, konnte jedoch noch reanimiert werden, starb jedoch später im Krankenhaus. Ihre Beifahrerin erlitt schwere Kopfverletzungen, befindet sich aber nicht mehr in Lebensgefahr.
Zeugen des Unfalls alarmierten umgehend den Notruf, woraufhin die Feuerwehr mit zwölf Einsatzkräften anrückte, um Erste Hilfe zu leisten. Der Autofahrer, bei dem der Verdacht auf Alkoholmissbrauch bestand, wurde einer Blutentnahme unterzogen, jedoch später auf freien Fuß gesetzt. Die Behörden haben sowohl das beteiligte Auto als auch den E-Scooter sichergestellt, und die Ermittlungen zur Klärung des Unfallhergangs sind bereits im Gange. Ein Fachkommissariat für Verkehrsdelikte der Polizeidirektion 2 (West) übernimmt die Unfallaufnahme.
Häufung von E-Scooter-Unfällen
Dieser tragische Vorfall ist nicht der erste seiner Art in Berlin. Am Mittwoch zuvor ereignete sich ein weiterer E-Scooter-Unfall in Spandau, bei dem ein betrunkener Vater mit seiner neunjährigen Tochter stürzte. Der Vater hatte einen Alkoholwert von rund 1,1 Promille und zog sich einen gebrochenen Unterarm zu; das Kind musste ambulant behandelt werden. Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Problematik von E-Scooter-Unfällen in Deutschland.
Aktuellen Statistiken zufolge kam es in Berlin bis zum 7. April 2023 zu insgesamt acht Verkehrstoten, wobei das verstorbene Mädchen das achte Opfer darstellt. Im Jahr 2022 wurden in Berlin 137.373 Verkehrsunfälle registriert, bei denen 37 Menschen starben. Die Nutzung von E-Scootern ist in den letzten Jahren stark angestiegen, mit etwa 70.000 E-Scootern, die in der Hauptstadt im Einsatz sind. Eine Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Unfälle mit schwer verletzten oder getöteten Fahrern Alleinunfälle sind, wobei 43% dieser Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol stehen.
Die Gefahren der E-Scooter-Nutzung
Die Zunahme der E-Scooter-Unfälle von 4.900 auf 10.900 zwischen 2021 und 2024 ist alarmierend. Für das Jahr 2024 wird bundesweit mit fast 12.000 E-Scooter-Unfällen und 27 Todesfällen gerechnet. Es sind nicht nur alkoholbedingte Unfälle, die für die steigenden Zahlen verantwortlich sind: Ablenkung, einhändiges Fahren oder starkes Abbremsen sind weitere häufige Ursachen. Zudem ist zu beachten, dass die Nutzung von E-Scootern zu zweit verboten ist und Geldbußen nach sich ziehen kann.
Die Berliner Polizei hatte vor sechs Wochen die Unfallstatistik für 2025 veröffentlicht, die einen Rückgang der Todesopfer von 55 im Jahr 2024 auf 37 zeigt. Ob dieser Trend anhält, wird sich zeigen, doch die aktuellen Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit, Sicherheitsmaßnahmen für E-Scooter-Fahrer zu verstärken. Es bleibt zu hoffen, dass die traurigen Ereignisse wie der Unfall in Neukölln nicht umsonst waren und zu einer besseren Aufklärung und sichereren Nutzung dieser Verkehrsmittel führen.