Berlin hat nach einem Jahr ohne Landestierschutzbeauftragten endlich wieder einen Experten für diese wichtige Aufgabe. Am 1. Mai 2026 tritt Dr. Lutz Zengerling, ein erfahrener Veterinärmediziner, sein Ehrenamt an, wie der Tagesspiegel berichtet. Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) hat ihn für diesen Posten ernannt, nachdem das Projekt der Grünen zur Schaffung eines hauptamtlichen Tierschutzbeauftragten beendet wurde. Zengerling, der bis Ende 2025 Vizepräsident der Tierärztekammer Berlin war, bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht mit, zuletzt als Leiter des Bezirksamts Pankow.

Die Rückkehr zum Ehrenamt wird als fachspezifisch verantwortungsvolle Entscheidung bezeichnet. Badenberg hebt hervor, dass Zengerling ein Experte in seinem Feld ist, was für die Beratung der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz in Tierschutzfragen von großem Nutzen sein wird. Zu seinen Aufgaben gehören auch die Initiierung von Tierschutzinitiativen und die Unterbreitung von Vorschlägen zur Verbesserung des Tierschutzes in Berlin. Als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sowie Tierschutzorganisationen wird er eine zentrale Rolle übernehmen.

Ein turbulenter Wechsel

Die Vorgängerin von Zengerling, Kathrin Herrmann, verlor ihr Amt im Juli 2025 und befindet sich seitdem im unbezahlten Sonderurlaub für Forschungsprojekte im Ausland. Ihre Amtszeit war nicht nur von Tierschutzfragen geprägt, sondern auch von Konflikten mit der neuen CDU-geführten Hausleitung, die nach dem Regierungswechsel Ende April 2023 auftraten. Herrmann hatte vier Abmahnungen erhalten, und obwohl der Hauptpersonalrat die Zustimmung zur Kündigung verweigerte, klagte sie gegen die Abmahnungen und auf Weiterbeschäftigung, was zu einer Einigung vor dem Arbeitsgericht führte.

Es ist klar, dass die Aufgaben des Landestierschutzbeauftragten nicht einfach sind. Zengerling wird nicht nur die Senatsverwaltung beraten, sondern auch Tierschutzinitiativen anstoßen müssen, um in dieser Stadt, die so viel Wert auf Tierwohl legt, voranzukommen. Das Amt wird also viel Engagement erfordern – und das in einem Ehrenamt, das, wie es scheint, eine Menge Herzblut verlangt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen sind groß, aber die Notwendigkeit für ein starkes Tierschutzengagement ist unübersehbar. Die Organisation Tierschutz Berlin sucht beispielsweise dringend engagierte und qualifizierte Pflegestellen für Tiere mit hohem Betreuungsbedarf. Pflegeplätze für Listenhunde, schwer erkrankte Tiere oder verwaiste Tierkinder sind besonders gefragt. Wer sich für diese Art des Ehrenamts interessiert, kann sich an die Organisation wenden, die Unterstützung in Form von Futter und medizinischer Versorgung bereitstellt.

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Die Rückkehr von Dr. Zengerling in die Berliner Tierschutzszene könnte also der erste Schritt in eine neue Ära des Ehrenamts sein, in der nicht nur die politischen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen, sondern auch die engagierten Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.