Heute ist der 7.06.2026 und wir werfen einen Blick nach Pankow, wo Pflegeeinrichtungen mit großen Herausforderungen konfrontiert sind. Die langen Bearbeitungszeiten für Anträge auf „Hilfe zur Pflege“ durch das Sozialamt machen den Pflegeheimen das Leben schwer. Ein Beispiel: Anträge werden oft erst nach Monaten oder sogar Jahren bearbeitet. Diese Verzögerungen führen zu finanziellen Engpässen für die Einrichtungen. Viele Pflegebedürftige aus Pankow müssen daher mit einer zögerlichen Aufnahme rechnen, wenn sie auf Sozialhilfe angewiesen sind. Detlef Wollny, der Leiter des Pflegeheims Effinger, hat bereits angemerkt, dass seine Einrichtung versucht, Pflegebedürftige aus Pankow möglichst zu vermeiden.
Ein weiterer Blick auf die Situation zeigt, dass Thomas Knieling, der Bundesgeschäftsführer des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe, die schwierige Lage in Pankow bestätigt. Laut dem Sprecher des Bezirksamts Pankow sind 19 Vollzeitstellen zur Bearbeitung der Anträge vorgesehen, doch aufgrund von Fluktuation und Krankheitsausfällen stehen nur 12 Stellen zur Verfügung. Im Jahr 2022 wurden in Pankow 628 Anträge auf „Hilfe zur Pflege“ eingereicht, von denen weniger als die Hälfte tatsächlich bearbeitet wurde. Das macht einen schon fast hilflos. Im benachbarten Treptow-Köpenick beträgt die Bearbeitungszeit für Anträge zwischen sechs und sieben Monaten, während es in Friedrichshain-Kreuzberg maximal zwölf Wochen dauert.
Steigende Pflegekosten und wachsende Herausforderungen
Die Situation wird nicht einfacher, denn in Tempelhof-Schöneberg führt ein Anstieg der Pflegekosten zu einer höheren Anzahl von Anträgen, während gleichzeitig der Personalbestand im Sozialamt reduziert ist. Im Jahr 2024 hat Berlin ganze 476,37 Millionen Euro für die „Hilfe zur Pflege“ ausgegeben, und die Gesundheitssenatorin Ina Czyborra warnt vor weiteren hohen Belastungen für die Kommunen und das bereits überlastete Sozialamt. Es ist also ein Teufelskreis, der das System an seine Grenzen bringt.
Wer nun denkt, dass es schnell gehen könnte, der irrt sich. Die Beantragung von Hilfe zur Pflege ist ein bürokratischer Prozess, der einiges an Geduld erfordert. Die Anträge können schriftlich per Post oder online eingereicht werden. Ein paar wichtige Punkte: Um Unterstützung zu erhalten, muss man mindestens Pflegegrad 2 haben. Bei Pflegegrad 1 muss man prüfen lassen, ob man Anspruch auf einen Entlastungsbetrag oder Pflegehilfsmittel hat. Auch die finanziellen Mittel spielen eine Rolle – die Hilfen müssen beantragt werden, nachdem alle vorrangigen Hilfen, wie die Pflegeversicherung, ausgeschöpft sind. Es gibt eine ganze Liste an Unterlagen, die benötigt werden, darunter der ausgefüllte Antrag, Personaldokumente und Nachweise über das Einkommen.
Öffnungszeiten und Ansprechpartner
Die Öffnungszeiten für die Antragsstellung sind ebenfalls etwas speziell. Montags bis donnerstags zwischen 09:00 und 11:00 Uhr ist der Sozialdienst erreichbar – allerdings nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung. Das sorgt sicherlich für ein paar zusätzliche Fragezeichen. Am Freitag gibt’s nur nach Vereinbarung Hilfe, was die Planung für viele Betroffene noch komplizierter macht.
Die Frage bleibt: Wie kann man in dieser Situation die Pflegebedürftigen unterstützen? Die Einrichtungen kämpfen gegen Windmühlen und die Betroffenen sind die Leidtragenden. Vielleicht ist es an der Zeit, dass mehr Ressourcen in die Bearbeitung der Anträge fließen, um den Menschen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen. Es ist ein Thema, das uns alle angeht – nicht nur in Pankow, sondern in ganz Deutschland.
