Probleme mit Fäkalienentsorgung in Pankow: Anwohner leiden unter steigenden Kosten und unzureichender Infrastruktur
Aktuell sorgt die Situation in Pankow für Aufregung und Unmut unter den Anwohnern. Kerstin Roop-Jander lebt seit 1998 im Ortsteil Karow und hat es bisher nicht geschafft, an die Kanalisation angeschlossen zu werden. Stattdessen wird das Abwasser in einer Grube unter ihrem Haus gesammelt – eine Grube, die regelmäßig geleert werden muss. Jetzt, wo die Kosten für die Fäkalienentsorgung aufgrund neuer Transportbedingungen steigen, ist es für viele Bewohner ein zusätzliches finanzielles Problem. So zahlt Roop-Jander jetzt 150 Euro pro Monat, was bereits eine Erhöhung von 100 Euro bedeutet. Wussten Sie, dass ungefähr 2000 Menschen in Pankow in einer ähnlichen Lage sind? Viele alte Siedlungen sind einfach nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen.
Die Gruben, die Abwasser und Fäkalien sammeln, haben ein Volumen von fünf bis 20 Kubikmetern. Einmal im Monat müssen sie geleert werden – und das ist nicht nur umständlich, sondern auch teuer. Roop-Jander muss zusätzlich Abwassergebühren zahlen, die sich auf etwa zwei Euro pro Kubikmeter belaufen und jährlich um die 1500 Euro kosten. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben kürzlich eine nahegelegene Einleitstelle geschlossen, was die Situation für die Anwohner weiter verschärft. Nun müssen die Fäkalien nach Schönerlinde in Brandenburg transportiert werden. Das bedeutet längere Fahrtwege und höhere Kosten für die Transportunternehmen, was sich letztendlich auf die Bewohner auswirkt.
Steigende Kosten und eingeschränkte Kapazitäten
Die Firma MagBo, die für die Fäkalienentsorgung zuständig ist, hat angekündigt, dass sie aufgrund der neuen Transportbedingungen nur noch maximal sechs Kunden pro Tag bedienen kann. Das hat zur Folge, dass Roop-Janders jährliche Kosten für die Fäkalienentsorgung auf 2100 Euro steigen werden. Diese Entwicklung ist nicht nur für sie, sondern für viele Anwohner besorgniserregend. Die Einleitstelle in Karow, die 2019 provisorisch eröffnet wurde, konnte aufgrund technischer und umweltfachlicher Probleme nicht dauerhaft betrieben werden. Ein weiteres Zeichen, dass die Infrastruktur in dieser Region dringend überarbeitet werden muss.
Die Berliner Wasserbetriebe haben mitgeteilt, dass bis 2026 noch etwa 7500 Sammelgruben in der Stadt existieren, wobei viele in den Bezirken Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick zu finden sind. Ein Hoffnungsschimmer: Bis 2031 sollen bis zu 900 Einfamilienhäuser im Norden Berlins an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden. Ein Abpumpwerk in Buchholz sowie weitere Infrastrukturprojekte für die Kanalisation in Karow sind bereits in Planung. Der CDU-Abgeordnete Johannes Kraft hat auch ein Treffen mit Anwohnern und Firmen ins Leben gerufen, um mögliche Lösungen zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Initiativen bald zu spürbaren Verbesserungen führen.
Die Sorgen der Transportunternehmen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Sie befürchten, den Betrieb unter den aktuellen Bedingungen nicht aufrechterhalten zu können. Die gesamte Situation zeigt, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur ist, die nicht nur den Bedürfnissen der Bürger gerecht wird, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Pankow entwickeln wird und ob die angekündigten Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen werden.
Weitere Informationen zur Fäkalienabfuhr in Berlin finden Sie auf der Website der Berliner Wasserbetriebe: Berliner Wasserbetriebe.
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