Der Piko Park in Steglitz-Zehlendorf wird am kommenden Sonntag, dem 21. April 2026, zum Zentrum der Artenvielfalt und der Nachbarschaftsinitiative „Park an der Feuerbachstraße“. Um 16 Uhr treffen sich freiwillige Helfer auf einer Grünfläche, die seit 2024 von der Initiative bewirtschaftet wird. Hier ist das Sammeln von Samen für die Frühblüher angesagt, die im Herbst für eine bunte Blütenpracht sorgen sollen. Diese Samen sind kostenlos in Saatgutbibliotheken erhältlich, beispielsweise in der Gottfried-Benn-Bibliothek in Zehlendorf. Der Piko Park ist kein klassischer Gemeinschaftsgarten, sondern ein Mitmachgarten, der sich auf Wildblumen spezialisiert und somit die lokale Flora fördert.

In diesem besonderen Garten wachsen unter anderem Löwenzahn, gelbe Reifrock-Narzissen, lila Taubnessel und die weiß-bläuliche Kegelblume. Sebastian Singer, der Gründer der Initiative, hat das Projekt an einer Baumscheibe an der Körnerstraße gestartet. Diese Straße ist nach dem Landschaftsgärtner Fritz Körner benannt, der im 19. Jahrhundert eine Baumschule betrieb. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, alte regionale Wildpflanzenarten wieder anzusiedeln, die besser mit den Herausforderungen des Klimawandels und Trockenheit zurechtkommen.

Ein Ort für die Gemeinschaft

Rund 20 Ehrenamtliche aus dem Bismarckkiez engagieren sich bereits in der Initiative, und es werden stetig neue Mitglieder gewonnen, die unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen mitbringen. Unter ihnen sind auch eine Dramaturgin und eine Biologielehrerin, die frischen Wind und neue Ideen in die Gemeinschaft bringen. Die Gärtnertreffen finden jeden Sonntag um 16 Uhr statt, und die Teilnehmer sind herzlich eingeladen, ihre Fähigkeiten einzubringen und das Projekt aktiv zu unterstützen.

Zu den geplanten Projekten gehören ein Totholzweg zur Schaffung von Biotopen und die Anlage von zwei Magerbeeten, die trockenheitsresistente Pflanzen beherbergen sollen. Diese Maßnahmen sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch eine tolle Gelegenheit für die Nachbarn, sich aktiv mit der Natur auseinanderzusetzen. Mehr Informationstafeln im Park sollen zudem dazu beitragen, die Anwohner zur Teilnahme zu motivieren und sie für die Pflanzung von Wildblumen zu begeistern.

Saatgutbibliotheken als wichtige Ressource

Ein zentraler Aspekt der Initiative sind die Saatgutbibliotheken, die als wertvolle Ressource dienen. Diese Bibliotheken bieten Hobbygärtnerinnen und -gärtnern die Möglichkeit, Samen zu erhalten, die sie selbst anbauen und nach der Ernte wieder zurückbringen können. Der Rückfluss von Samen in die Bibliotheken ist entscheidend für die Fortführung solcher Projekte. Die Idee der Saatgutbibliotheken stammt ursprünglich aus den USA, wo der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut weit verbreitet ist. Initiativen rund um die Welt nutzen diese „Seedlibraries“, um die traditionelle Sortenvielfalt zu erhalten und die Selbstversorgung zu fördern. (mehr Informationen dazu hier).

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Deutschland gibt es zahlreiche Bibliotheken, die Informationen über Saatgutbibliotheken bereitstellen, und viele von ihnen sind gebührenfrei. Diese Initiative ist besonders wichtig für die Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft und den Erhalt der Biodiversität. (weitere Details hier).