In Treptow-Köpenick brodelt es! Die geplanten Kürzungen im Jugend- und Sozialbereich sorgen für jede Menge Aufregung. Eine Petition, die sich an das Bezirksamt richtet, verlangt, dass diese Einschnitte nicht durchgeführt werden. Besonders brisant: Im Jahr 2025 wurde eine neue Jugendeinrichtung in Friedrichshagen eröffnet, die jedoch bereits zu Beginn des Jahres 2026 wieder geschlossen werden soll. Die Kürzungen bei den Freien Trägern könnte fatale Folgen haben – es wird mit einem massiven Rückgang der Jugendarbeit gerechnet, was die Beziehung zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen stark gefährden könnte. Der Quartiersrat Kosmosviertel hat sich bereits für die Petition stark gemacht und ruft dazu auf, diese sowohl in Berlin als auch bundesweit und weltweit zu verbreiten. Das Ziel ist klar: eine große Zahl an Unterschriften zur Neubewertung der Sparpläne sammeln. Mehr Informationen findet man unter diesem Link.

Die AG 78 Jugendarbeit in Treptow-Köpenick bleibt von der Debatte um diese Kürzungen ebenfalls nicht unberührt. In einem offenen Brief, der an Stadträte und Bezirksbürgermeister Oliver Igel gerichtet ist, äußert die AG ihre Besorgnis über die aktuellen Haushaltsverhandlungen. Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sind nicht einfach nur Freizeitangebote; sie sind ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Infrastruktur, die Familien unterstützt und die Beteiligung sowie Demokratiebildung junger Menschen fördert. Diese Strukturen sind über Jahrzehnte gewachsen und auf spezifische Bedarfe angepasst worden. Und nun? Kürzungen könnten die Zukunft zahlreicher Jugendeinrichtungen in Frage stellen und somit die soziale Entwicklung junger Menschen ernsthaft gefährden. Laut der AG ist die Kinder- und Jugendarbeit eine gesetzlich verankerte Pflichtaufgabe der öffentlichen Jugendhilfe – und das Grundgesetz sichert deren Bedeutung ab.

Die Angst vor dem Verlust

Die Sorgen sind greifbar. Wenn die Kürzungen tatsächlich durchgesetzt werden, könnte das den sozialen Frieden in den Kiezen gefährden und präventive Arbeit schwächen. Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen bieten nicht nur Freizeitangebote, sondern auch Hilfestellungen bei schulischen, familiären und persönlichen Herausforderungen. Die AG unterstützt den Jugendstadtrat in seinem Anliegen, eine bedarfsgerechte Finanzierung der bezirklichen Jugendarbeit sicherzustellen. Dazu gehört auch die Forderung nach einem verantwortungsvollen Eckwertebeschluss zur Finanzierung sowie Lösungen zur Sicherstellung der mit gesamtstädtischen Mitteln finanzierten Einrichtungen. Vorschläge zur Vereinfachung bürokratischer Abläufe wie mehrjährige Förderungen und Festbetragsfinanzierungen stehen ebenfalls auf der Agenda.

Die Situation in Treptow-Köpenick ist nicht isoliert. Überall in Deutschland stehen die sozialen Einrichtungen vor ähnlichen Herausforderungen. Es stellt sich die Frage: Wie kann eine Gesellschaft, die sich um ihre Jüngsten sorgt, solche Einschnitte ernsthaft in Betracht ziehen? Die AG zeigt sich solidarisch mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Fachkräften in Treptow-Köpenick und macht deutlich, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Die Stimmen der Betroffenen müssen gehört werden, denn die Zukunft der Jugendarbeit steht auf der Kippe.