In Treptow-Köpenick, genauer gesagt an der Kreuzung Groß-Berliner Damm / Segelfliegerdamm in Johannisthal, hat am 1. Juni 2026 ein spannendes Pilotprojekt das Licht der Welt erblickt – das erste Wartetrittbrett für Radfahrende. Diese neuartige Konstruktion aus Metallstangen und Gitterbrett hat das Ziel, Radfahrenden das Warten an der Ampel ein Stück angenehmer zu gestalten. Anstatt die Beine beim Warten in der Luft zu halten, können sie einfach ihren Fuß auf das Brett abstellen. Ziemlich praktisch, oder? Das Ganze ist nicht nur ein nettes Gimmick, sondern soll auch dazu beitragen, den Verkehrsfluss zu verbessern. Schließlich müssen Radfahrende nicht mehr absteigen und können direkt nach dem Umschalten der Ampel wieder durchstarten.

Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin, hebt die Bedeutung einer guten Radinfrastruktur hervor und lädt alle Radfahrenden ein, an einer Umfrage teilzunehmen, die über einen QR-Code zugänglich ist. Diese Umfrage soll die Akzeptanz des Wartetrittbretts in der Bevölkerung evaluieren. Die Ergebnisse werden nach der Fahrradsaison im Herbst 2026 auf der Beteiligungsplattform mein.Berlin.de veröffentlicht. Interessanterweise wird auch der Standort des Wartetrittbretts strategisch ausgewählt, wobei Platzverfügbarkeit und hohe Radverkehrsfrequenz eine Rolle spielen. Damit ist der Einbau Teil eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Ein Blick über die Grenzen

Aber es gibt nicht nur in Berlin Neuigkeiten für Radfahrende. Ein Projekt namens RAVINA untersucht die Infrastruktur und Netzgestaltung für den Radverkehr außerhalb der Städte. Am 30. Januar 2025 wurde die Umfrage dazu gestartet, um herauszufinden, wie Kommunen – egal ob groß oder klein – den Radverkehr außerorts gestalten. Diese Befragung dauert etwa 25 Minuten und zielt darauf ab, Expertenwissen einzubeziehen. Partner der Initiative sind das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) sowie die Bergische Universität Wuppertal. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert dieses Vorhaben im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP). Ziel ist es, den Radverkehr in ländliche Gebiete schneller auszubauen und die Infrastruktur zu verbessern.

Die Umfrage wird dazu beitragen, einen Leitfaden zur Netzplanung zu erstellen, der wichtige Aspekte wie Routenauswahl und Strecken- sowie Knotenpunktertüchtigung berücksichtigt. Der Förderzeitraum reicht bis Mai 2027, was zeigt, dass hier ernsthafte Fortschritte angestrebt werden. Und wenn wir schon beim Thema Fortschritt sind, so zielt der Nationale Radverkehrsplan 3.0, die Strategie der Bundesregierung zur Förderung des Radverkehrs bis 2030, darauf ab, den Radverkehr attraktiver und sicherer zu machen.

Die Vision für 2030

Mit klaren Zielen in der Hinterhand will die Bundesregierung die Anzahl der mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer erhöhen und qualitativ hochwertige Radverkehrsinfrastruktur schaffen. Der Plan definiert vier zentrale Säulen der Radverkehrsförderung: Politik, Infrastruktur, Mensch und Wirtschaft. Dazu kommen zwei Querschnittsbereiche, nämlich Digitalisierung sowie Stadt und Land. Auch die Rolle des Bundes ist nicht zu vernachlässigen; er fungiert als Moderator und Impulsgeber für die Radverkehrsförderung und übernimmt unter anderem den Bau von Radwegen entlang von Bundesstraßen.

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Die Verantwortung für die Radwegeinfrastruktur liegt jedoch primär bei den Ländern und Kommunen. Das bedeutet, dass Projekte wie das Wartetrittbrett in Johannisthal und die RAVINA-Initiative nicht isoliert stehen, sondern Teil eines größeren, übergeordneten Plans sind, der darauf abzielt, Deutschland zu einem echten „Fahrradland“ zu machen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese Initiativen in den kommenden Jahren wirken und ob wir tatsächlich eine spürbare Verbesserung der Radverkehrssituation erleben werden.

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