In Brandenburg an der Havel sind die Archäologen derzeit ganz schön beschäftigt. Ein Bunker, der auf einer Baustelle entdeckt wurde, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Beauftragt wurde die Untere Denkmalschutzbehörde vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum (BLDAM), um herauszufinden, wie alt das Objekt ist und wie es aufgebaut ist. Ein bisschen wie Detektivarbeit, könnte man sagen! Ziel ist, Argumente für den Schutz oder die Aufgabe des Bunkers zu sammeln, und das macht das Ganze umso spannender.
Stadtarchäologe Stefan Dalitz hat mit seinem Team, einschließlich Freiwilliger, den Bunker detailliert dokumentiert. Dabei kam heraus, dass der Bunker aus einzelnen Bogensegmenten besteht, die vermutlich in einem Betonwerk in Brandenburg gefertigt wurden. Eine interessante Entdeckung! Die Bodenplatte ist aus Einzelteilen zusammengesetzt und hat sogar Eisenkranhaken einbetoniert. Was hier sicher nicht oft zu hören ist: Der Bunker wurde vermutlich in den 1970er Jahren auf dem Gelände einer ehemaligen Sowjetkaserne erbaut – und das ganz ohne Baugenehmigung, wie Dalitz anmerkt. Er bezeichnet den Bunker eher als Vorratslager, da es keine Nutzungsspuren gibt.
Spuren der Vergangenheit
Im Inneren des Bunkers gibt es keine Regale oder Einbauten, abgesehen von einer Stromleitung. Die Bunkerelemente sind so angeordnet, dass sie aneinander gelehnt und vermörtelt sind, um Wassereintritt zu verhindern. Und dann gibt es da noch eine orangene Leuchtschrift mit einer Zahlenfolge an der Stirnseite, deren Bedeutung noch auf sich warten lässt – vielleicht ein Geheimnis aus der Vergangenheit? Die Viertelbogenelemente sind zeltartig angeordnet und bieten eine lichte Höhe von 2,30 Metern sowie eine Raumlänge von 8,50 Metern.
Interessant ist, dass historische Pläne und Luftbilder zeigen, dass der Standort des Bunkers tatsächlich außerhalb des historischen Kürassier-Kasernengeländes lag. Der Keller hat keinen Zusammenhang mit der Kaserne und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Ein weiterer spannender Fakt: Der Bau kann vor 1945 ausgeschlossen werden, denn die Vorkriegsbebauung war vollständig abgeräumt. Der Bunker könnte also ein dezentrales Sicherheitsdepot für Nahrungsmittel oder Munition der russischen Militärnutzung gewesen sein, was die Vermutung nahelegt, dass er in den 1960er Jahren errichtet wurde.
Denkmalschutz und seine Herausforderungen
Letztlich wird der Bunker nach der Dokumentation abgerissen werden, da er nicht als schützenswertes Denkmal eingestuft wird. Das BLDAM führt seit dem 1. August 2004 die Denkmalliste des Landes Brandenburg, die kontinuierlich fortgeschrieben wird. Ein Blick auf die Denkmalliste zeigt, dass sie aus 18 Teildenkmallisten der Landkreise und kreisfreien Städte besteht. Diese Listen sind in verschiedene Kategorien gegliedert, wie Bodendenkmale und kommunal erlassene Denkmalbereichssatzungen. Auch wenn der Bunker nicht auf dieser Liste landen wird, zeigt dies, wie wichtig der Denkmalschutz in der Region ist.
Brandenburg ist ja bekannt für seine zahlreichen Bunkeranlagen, die oft eine spannende Geschichte erzählen. Der Bunker, der nun auf dieser Baustelle gefunden wurde, ist nur ein Beispiel unter vielen. Von ehemaligen Kommandozentralen bis hin zu Lagerbunkern für Kernwaffen – die Liste der Bunker in Brandenburg ist lang und vielschichtig. Ob der Bunker als Sicherheitsdepot für die Sowjetarmee diente oder anderen Zwecken, bleibt vielleicht ein Geheimnis, das wir nie ganz verstehen werden. Aber es ist faszinierend, wie sich die Geschichte in diesen Mauern verbirgt.