Heute ist der 5.05.2026, und in Brandenburg an der Havel gibt es Grund zur Freude! Die Brandenburger Frauenwochen 2023 laufen auf Hochtouren, und das Stadtmuseum im Frey-Haus hat sich mit einer besonderen Kabinettausstellung beteiligt. Unter dem provokanten Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ wird hier einiges geboten, was zum Nachdenken anregt.
Die Eröffnung der Ausstellung war ein kleiner Festakt. Oberbürgermeister Daniel Keip, die Gleichstellungsbeauftragte Jeanette Horn und die Museumsleiterin Anja Grothe begrüßten die Gäste mit offenen Armen und einem klaren Ziel: Die Wut historischer Persönlichkeiten sichtbar zu machen und kreative Geschichten rund um Frauen zu erzählen. Die Ausstellung zeigt nicht nur Kunst, sondern auch Alltagsgegenstände aus der umfangreichen Sammlung des Museums. Hier bleibt kein Stein auf dem anderen, wenn es darum geht, die Wut der Frauen in der Geschichte zu thematisieren.
Ein Blick in die „Galerie der Namenlosen“
Besonders spannend wird es in der „Galerie der Namenlosen“. Diese Sektion lädt die Besucher dazu ein, sich mit den oft anonymen Frauen auseinanderzusetzen, deren Geschichten im Schatten der Geschichte stehen. Interessanterweise ist nur etwas mehr als ein Drittel der dargestellten Frauen namentlich bekannt – ein krasser Gegensatz zu fast 90 % der Männer. Das Museum hat einige dieser namenlosen Frauen als Reproduktion zusammengestellt und fordert die Anwesenden auf, ihnen Namen oder Geschichten zu geben. Das regt zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig es ist, die Stimmen dieser Frauen zu hören.
Ein weiteres Highlight sind die Zitate bekannter Persönlichkeiten, die die Wut über aktuelle gesellschaftliche Zustände thematisieren. Hier wird nicht nur die Vergangenheit reflektiert, sondern auch ein klarer Bezug zur Gegenwart hergestellt. Die Ausstellung ist bis zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026 geöffnet, und die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag, 13:00 bis 17:00 Uhr. Es lohnt sich also, einen Besuch einzuplanen!
Frauen in der Geschichtsschreibung
Diese Ausstellung ist Teil eines größeren Trends, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Die Deutsche Digitale Bibliothek hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Zugang zu Kulturobjekten zu erleichtern und gleichzeitig Lücken in der Geschichtsschreibung zu schließen. Traditionell wurde die Geschichtsschreibung von weißen, heterosexuellen Männern dominiert, während die Leistungen von Frauen, People of Colour und queeren Menschen oft ignoriert wurden. Die Gendergeschichte versucht, diese Ungleichheiten zu thematisieren und uns die Geschichten zu erzählen, die sonst im Verborgenen bleiben.
Die Verbindung zwischen Fahrrädern und Emanzipation oder die Beliebtheit von Damenblaskapellen im Deutschen Kaiserreich sind nur einige der spannenden Themen, die hier erforscht werden. Es ist eine aufregende Zeit für die Frauenforschung und die Geschichtsschreibung insgesamt, und die Brandenburger Frauenwochen sind ein Teil dieser wichtigen Bewegung.
Wenn du also in Brandenburg an der Havel bist, lass dir die Gelegenheit nicht entgehen, diese faszinierende Ausstellung zu besuchen. Sie bietet nicht nur Einblicke in die Geschichte, sondern regt auch zum Nachdenken über die Gegenwart und die Zukunft an. Hier wird die Wut kreativ in Szene gesetzt, und das ist auf jeden Fall einen Besuch wert!