In Cottbus wurde in der Nacht zum Freitag ein antisemitischer Schriftzug an der Wand einer Synagoge entdeckt. Unbekannte hinterließen den Schriftzug, der eine Größe von etwa 10 mal 13 Zentimetern hatte. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, da der Verdacht der Volksverhetzung im Raum steht. Bei einer Streifenwagenkontrolle in der Cottbuser Innenstadt wurden Polizeibeamte auf einen hellen Lichtschein in der Fußgängerzone aufmerksam und fanden Reste von Pyrotechnik, die auf eine gezündete Silvesterfontäne hindeuten.
Die Ereignisse ereigneten sich kurz nach 02:00 Uhr an der Spremberger Straße. Nach dem Zünden der Pyrotechnik hatten die unbekannten Täter offenbar das Weite gesucht, bevor die Polizei eintraf. Es wird derzeit geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen der Pyrotechnik und dem antisemitischen Schriftzug besteht. In den letzten Tagen gab es zudem Berichte über mutmaßlich rechte Einschüchterungsversuche in Cottbus. So sollen Unbekannte bis zur Wohnungstür eines Pfarrers vorgedrungen sein, der für die Initiative Sichere Orte Südbrandenburgs aktiv ist. Diese Gruppe berichtete von Aufklebern mit der Aufschrift „Piss Dich nach Berlin“, die hinterlassen wurden.
Ermittlungen und weitere Vorfälle
Die Ermittlungen werden vom Staatsschutz geführt, der auch in anderen Fällen in Cottbus aktiv ist. So kam es am Donnerstag zu mehreren Verkehrsunfällen, darunter eine Kollision zwischen zwei Mercedes am Nordring, die einen Sachschaden von etwa 3.000 Euro verursachte. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Ein missglücktes Parkmanöver zwischen einem Audi und einem Dacia führte zu einem weiteren Unfall mit einem Sachschaden von rund 1.000 Euro.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich um 18:30 Uhr, als auf dem Stadtring ein Auto mit einem Motorrad kollidierte, was zu einem Sachschaden von etwa 1.500 Euro führte. Zudem wurde ein 45-jähriger Radfahrer bei einem Abbiegeunfall mit einem Toyota verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Vandalismus und Kriminalität in Cottbus
Am Donnerstagabend beobachteten Zeugen, wie mehrere Personen Laternen in der Bahnhofstraße beklebten. Die Polizei fand frische Aufkleber eines Lausitzer Drittligisten und griff eine Gruppe junger Männer auf. Auch ein Kellereinbruch am Stadtrand wurde gemeldet, bei dem sechs Abteile aufgebrochen und durchwühlt wurden. Die Kriminalpolizei ermittelt auch in diesem Fall.
Die Geschehnisse in Cottbus werfen ein besorgniserregendes Licht auf die aktuelle Situation in der Stadt. Während die Polizei weiterhin in mehreren Fällen ermittelt, bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob die Täter des antisemitischen Vorfalls zur Rechenschaft gezogen werden können.