In Cottbus ist die Lage angespannt. Der Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) hat sich nach mutmaßlich rechtsextremen Angriffen eindringlich zu Wort gemeldet. In einem Interview mit „Brandenburg aktuell“ im RBB appellierte er an die Zivilgesellschaft, sich klarer gegen Hass und Gewalt zu positionieren. „Gewalttaten sind rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen“, stellte Schick unmissverständlich klar. Dies geschah vor dem Hintergrund eines Brandanschlags auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“, bei dem in der Nacht zum Donnerstag Molotow-Cocktails geworfen wurden. Der Staatsschutz und eine Mordkommission ermitteln nun wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Doch das ist nicht alles. Auch in der Nähe des alternativen Clubs „Chekov“ kam es zu einer Brandstiftung, und eine Scheibe am Grünen-Büro in Cottbus wurde zerstört. In allen diesen Fällen wird ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet. Um das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen, fanden bereits Mahnwachen vor der „Zelle 79“ statt. Es scheint, als seien die Menschen in Cottbus zunehmend alarmiert über die steigende Gewalt.

Ein dringender Aufruf zur Zivilcourage

Der SPD-Politiker betont, dass es notwendig ist, sozialen Druck aufzubauen, um zu verhindern, dass solche Gewalttaten zum Alltag gehören. „Wir müssen gemeinsam handeln und ein Zeichen setzen“, ruft er die Bürgerinnen und Bürger auf. Schick macht deutlich, dass es nicht nur um die Taten selbst geht, sondern auch um die gesellschaftlichen Strukturen, die solche Gewalttaten begünstigen können. Die Menschen sollten sich stärker mit diesem Thema auseinandersetzen und ihre Stimme erheben.

Die Situation in Deutschland ist alarmierend. Laut dem Verfassungsschutz war das Personenpotenzial der gewaltorientierten Rechtsextremisten im Jahr 2025 auf rund 15.600 Personen angewachsen, eine besorgniserregende Zahl. Insgesamt gibt es 58.700 rechtsextremistische Personen, was einen Anstieg um 8.450 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Im Jahr 2025 wurden über 25.000 rechtsextremistische Straftaten registriert, was mehr als 101 Straftaten pro Tag entspricht. Ein erschreckendes Bild, das zum Nachdenken anregt.

Rechtsextreme Gewalt im Fokus

Besonders auffällig ist der Anstieg der rechtsextremistischen Gewalttaten, der um 8,9 % auf 1.395 Fälle gestiegen ist. Körperverletzungsdelikte mit fremdenfeindlichem Hintergrund haben ebenfalls zugenommen. Solche Zahlen machen deutlich, dass der Handlungsbedarf groß ist. Die rechtsextreme Szene hat sich, trotz der Einschränkungen durch die Pandemie, nicht zurückgezogen. Stattdessen konzentrieren sich die Demonstrationen auf Themen wie Asyl, Migration und Queerfeindlichkeit.

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Cottbus steht somit nicht allein, sondern ist Teil eines größeren Phänomens. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich zu engagieren und ihre Stimme zu erheben. Der Appell von Tobias Schick, sich gegen Hass und Gewalt zu positionieren, ist aktueller denn je. Ein starkes Zeichen der Zivilgesellschaft kann vielleicht dazu beitragen, dass solche Gewalttaten nicht zur Normalität werden.

Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, wie die Cottbuser mit dieser Herausforderung umgehen. Es bleibt zu hoffen, dass der soziale Druck, den Schick fordert, tatsächlich wirkt und ein Umdenken in der Gesellschaft anstößt.

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