Heute ist der 10.05.2026 und wir schauen einmal über die Grenze nach Deutschland – genauer gesagt nach Sachsen-Anhalt, wo die Gierseilfähren eine wichtige Rolle spielen. Diese speziellen Fähren nutzen die Strömung eines Flusses, um zwischen zwei Ufern zu pendeln. Es ist schon ein faszinierendes Bild, wie sie sich sanft im Wasser wiegen, während die Strömung die Fähre vorantreibt. Ein langes Drahtseil, das am Ufer verankert ist, sorgt dafür, dass die Fähre nicht abdriftet. Am Bug und Heck der Fähre sind die Seilenden befestigt und werden während der Überfahrt so eingestellt, dass die Fähre sich zur Seite dreht – ein Vorgang, der als „Gieren“ bekannt ist. Wenn ein Seil kürzer wird, verlängert sich automatisch das andere. So wird die Fähre geschickt durch die Strömung manövriert. Mehr zu den Grundlagen dieser Technik findet sich in einem Artikel auf MDR.

Doch wie genau funktioniert das Ganze? Das Drahtseil, an dem die Fähre hängt, teilt sich etwa 30 Meter vor der Fähre in zwei Führungsseile, deren Länge variabel ist. Diese Anpassungen beeinflussen den Anstellwinkel der Fähre zur Strömung, und das anströmende Wasser drängt sie seitwärts. Es ist ein bisschen wie ein Tanz auf dem Wasser, bei dem die Fähre ihre Position immer wieder anpasst. In der Vergangenheit gab es sogar Herausforderungen für die Fährmänner, insbesondere an Stellen wie der ehemaligen Ostefähre in Oberndorf, wo der Gezeitenstrom große Schwierigkeiten mit sich brachte. Gierseilfähren sind eine umweltfreundliche Art des Transports und benötigen nur eine Fließgeschwindigkeit von mindestens 2 km/h, um zu funktionieren.

Die Rolle der Gierseilfähren in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt haben Gierseilfähren eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Sie sind tatsächlich fast alle in kommunalem Eigentum und die Region strebt den Erhalt dieser umweltfreundlichen Verkehrsmittel an. Es ist bemerkenswert, dass 90% der Fähren in diesem Bereich so verwaltet werden. Die geringen Betriebs- und Unterhaltungskosten machen sie zu einer attraktiven Option, vor allem in ländlichen Gegenden. Auch für den Tourismus gewinnen diese Fähren stetig an Bedeutung. Ich meine, wer möchte nicht einmal mit einer Fähre über die Elbe schippern und dabei die Natur genießen?

In Sachsen gibt es ebenfalls Gierseilfähren, etwa in Krippen, Königstein, Rathen und Wehlen, die sogar für den Fahrzeugverkehr zugelassen sind. Aber nicht nur in Deutschland sind diese Fähren verbreitet. Auch unsere tschechischen Nachbarn betreiben Gierseilfähren an der Labe. Es ist schon lustig, wie sich die Technik über die Jahrhunderte entwickelt hat. Die erste Gierseilfähre an der Elbe wurde übrigens im Jahr 1682 am Roßlauer Elbübergang eingesetzt – da merkt man, dass diese Idee schon ziemlich alt ist! Die Technik wurde 1657 von Hendrik Heuck in den Niederlanden erfunden und hat sich bis heute bewährt.

Diese Fähren bieten eine spannende, wenn auch manchmal herausfordernde Art des Transports. Die Gierseilfähren pendeln an etwa 400 Meter langen Halteseilen, die am Flussgrund verankert sind. Bei Schiffsverkehr bleibt die Fähre auf der Ankerseite, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern. Es gibt sogar Varianten mit einem gierbaren Kiel unter einem symmetrischen Rumpf, die etwas anders funktionieren. Die Konstruktion ist so ausgeklügelt, dass sie den natürlichen Fluss der Dinge – oder besser gesagt, des Wassers – nutzt, um effizient zu arbeiten.

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