Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurde ein bemerkenswerter Schritt unternommen, um die Nachfrage nach Weidetoren zu bedienen. Rund 600 gebrauchte Koppel- und Weidetore stehen zum Verkauf, die aufgrund der hohen Nachfrage schnell vergeben sind. Das Angebot richtet sich vor allem an Landwirte und Tierhalter, die diese Tore für ihre Flächen benötigen. Die Tore, die zum Festpreis von 100 Euro pro Stück verkauft werden, stammen aus dem Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) und haben bereits Gebrauchsspuren. Die Vergabe erfolgt nach dem Windhundprinzip, wobei maximal zehn Tore pro Person erworben werden können. Interessierte konnten sich über ein Online-Formular anmelden und erhielten nach Verfügbarkeit eine E-Mail mit Rechnung und Kaufvertragsentwurf. Die Abholung erfolgt in Eigenregie im Raum Senftenberg, wobei die Verladung selbst organisiert werden muss. Der Kaufvertrag wird vor Ort unterzeichnet. Weitere Informationen sind in einem Artikel auf niederlausitz-aktuell.de zu finden.

Die Hintergründe dieses Verkaufs sind eng mit der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest verknüpft. Nach rund 3,5 Jahren intensiver Maßnahmen gilt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz nun als ASP-frei. Dies wurde durch die Zustimmung der EU-Kommission und des Veterinärausschusses zur Aufhebung der Sperrzonen möglich, nachdem der letzte Ausbruch der ASP im November 2024 bei einem verendeten Wildschwein festgestellt wurde. Die Sperrzonen I und II wurden bis auf den ASP-Schutzkorridor aufgehoben, und in diesem müssen weiterhin Überwachungsmaßnahmen aufrechterhalten werden, bis die Tierseuche in der angrenzenden Sperrzone getilgt ist. Landrat Siegurd Heinze dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz zur Bekämpfung der ASP.

Aktionsplan zur Rückführung der Zäune

Ein weiterer Schritt in der Normalisierung der Situation ist der geplante Rückbau der ASP-Zäune in den aufgehobenen Sperrzonen. Hierfür sind jedoch haushalts- und kostenrechtliche Abstimmungen sowie Ausschreibungen notwendig. Die Details zum endgültigen Rückbau und zur Verwertung der Zaunmaterialien sollen im ersten Halbjahr 2026 veröffentlicht werden. Es ist jedoch derzeit nicht erlaubt, das Material eigenständig abzubauen oder mitzunehmen.

Ein Blick auf die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ursprünglich in Afrika vorkam und sich seit 2007 auch in Europa ausgebreitet hat. Die ersten Fälle in Georgien wurden damals registriert, und es folgten zahlreiche Ausbrüche in verschiedenen Ländern, darunter auch in der EU. Die ASP hat gravierende Auswirkungen auf die Schweinehaltung und die Tierwirtschaft, weshalb die Maßnahmen zur Bekämpfung und Kontrolle der Seuche von größter Bedeutung sind. Die hohe Wildschweindichte und die niedrige Biosicherheit in östlichen Nachbarländern stellen bedeutende Risikofaktoren dar, die eine Einschleppung der ASP nach Deutschland begünstigen können. Daher sind die aktuellen Entwicklungen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz auch vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen zu betrachten.