Am 25. November 2023 fand in Potsdam ein Treffen statt, das von Gernot Mörig, einem prominenten Rechtsextremisten, organisiert wurde. Diese Veranstaltung begann mit einem „Gedicht“ von Konrad Windisch, einem österreichischen Nationalsozialisten, das über Lautsprecher abgespielt wurde. Mörig vermied es, den Autor des Gedichts namentlich zu nennen, um einen inhaltlichen Bezug zu vermeiden. Das Gedicht thematisierte europäische Identität und nationale Überwindung, was bei den Anwesenden auf ein positives Echo stieß. Mörig und andere Teilnehmer der AfD versuchten, das Treffen als „nett und harmlos“ darzustellen, obwohl CORRECTIV zusätzliche Informationen veröffentlichte, die den völkischen Charakter der Veranstaltung belegten.

Die Expertin Susan Arndt wies darauf hin, dass das Gedicht historische Referenzen und völkische Ideologie enthielt. Windisch, der als führender Vertreter der österreichischen extremen Rechten gilt, war mehrfach wegen nationalsozialistischer Texte verurteilt worden. Mörig und Windisch teilen eine lange Geschichte in der extremen Rechten, was die Veranstaltung in ein kritisches Licht rückt.

Remigration als zentrales Thema

Ein zentrales Thema des Treffens war die „Remigration“, die von Mörig und Martin Sellner, dem Kopf der Identitären Bewegung, angesprochen wurde. Sellner sprach über „Remigration“ und „Anpassungsdruck“, während der Begriff in der rechten Bewegung als Lösung gegen einen angeblichen Bevölkerungsaustausch verwendet wird. Interessanterweise findet der Begriff auch Eingang in das Bundeswahlprogramm der AfD für 2025, jedoch mit einem harmloseren Inhalt. Mörig schlug sogar die Bildung eines Expertengremiums zur Vorbereitung eines „Remigrationsplans“ vor, was als Sondierung möglicher politischer Umsetzungspläne interpretiert wurde. Mörig bestritt jedoch, dass sein Vorschlag sich auf „Vertreibung“ oder „deutsche Staatsbürger“ bezog und wehrte sich nicht gegen die Zitate im Text „Geheimplan gegen Deutschland“.

Gernot Mörig gilt als ein wichtiger Vernetzer in der rechten Szene und bestreitet vehement, rechtsextrem zu sein. Er bezeichnet Berichte über ihn als „Unwahrheiten und Diffamierungen“. Eine Kölner Unternehmerin und langjährige Bekannte Mörigs, Emitis Pohl, äußerte jedoch Enttäuschung über seine Verbindungen zur rechten Szene. Mörig hat im Jahr 2018 ein Video des als rechtsextrem eingestuften Vereins EinProzent an Pohl geschickt und organisiert das „Düsseldorfer Forum“, wo er mit Martin Sellner zusammenarbeitete. Sicherheitsbehörden sehen in Mörig einen Vernetzer und Geldbeschaffer der rechtsextremen Szene.

Familiengeschichte und rechtsextreme Verstrickungen

Die familiäre Vorgeschichte von Mörig ist ebenfalls bemerkenswert. Sein Vater war Mitglied der NSDAP und engagierte sich nach dem Krieg in einem revanchistischen Verein. Mörig selbst war in den 1970er-Jahren Bundesführer des Bundes Heimattreuer Jugend (BHJ) und veröffentlichte rechtsextreme Schriften. Er betont jedoch, dass sein Engagement im BHJ mehr als 40 Jahre zurückliegt und er seit den 1980er-Jahren keiner politischen Organisation mehr angehört. Dennoch gibt es Berichte, dass seine Familie an der Organisation von Netzwerktreffen für die rechte Szene beteiligt gewesen sein soll, was Mörig als „private Zusammenkünfte“ abtut.

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Die Berichterstattung über rechtsextremistische Bestrebungen in Deutschland nimmt zu, insbesondere in Bezug auf die AfD, die seit ihrer Gründung im Jahr 2013 ein erhebliches Wählerpotenzial aus klassischen rechtsextremen Parteien absorbiert hat. Diese Entwicklungen werden regelmäßig in den Berichten des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) dokumentiert, die sich mit extremistischen Ideologien und Organisationen auseinandersetzen, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet sind. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Potsdam wird deutlich, dass die rechtsextreme Szene in Deutschland weiterhin aktiv und gut vernetzt ist. Weitere Informationen zu den rechtsextremen Strömungen in Deutschland finden Sie in den Berichten von CORRECTIV und Tagesschau.

Für detaillierte Informationen zu den Geschehnissen in Potsdam können Sie die Berichte von CORRECTIV und Tagesschau einsehen.