Schließung der Babyklappe in Potsdam: Ein Zeichen der Bedrohung für werdende Mütter
In Potsdam steht ein bedeutender Wandel bevor: Die einzige Babyklappe Brandenburgs am St. Josefs Krankenhaus wird geschlossen. Nach mehr als 20 Jahren wird dieses wichtige Angebot aufgrund der Schließung der Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus zum 1. August 2026 eingestellt. Das Gesundheitsministerium hält die Entscheidung für vertretbar, da die Babyklappe in den letzten fünf Jahren nicht genutzt wurde. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2003 fanden nur zwölf Kinder ihren Weg in die Babyklappe, was die traurige Realität verdeutlicht, dass es nur selten zu dieser drastischen Entscheidung von Müttern kommt.
Ein Signalton alarmiert das Klinikpersonal, sobald ein Kind in der Babyklappe abgelegt wird. Die Einrichtung ist durch eine Pergola vor neugierigen Blicken geschützt, um den Müttern genügend Zeit zu geben, sich unbemerkt zu entfernen. Informationsmaterial in vier Sprachen (Deutsch, Polnisch, Türkisch und Russisch) liegt bereit, um über die richtigen Vorgehensweisen und Kontaktmöglichkeiten zu informieren. Aber das Gesundheitsministerium verweist auch auf alternative Hilfsangebote, wie die anonymen Geburten am Klinikum Ernst von Bergmann.
Die Zukunft der Babyklappe
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel hat sich bereits für eine Verlagerung der Babyklappe an das Klinikum Ernst von Bergmann stark gemacht. Erste Gespräche darüber haben bereits stattgefunden. Das Klinikum plant, die Versorgung für Schwangere nach der Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus zu übernehmen. Im vergangenen Jahr wurden dort 1.638 Kinder geboren – eine beeindruckende Zahl, die verdeutlicht, wie wichtig eine solche Einrichtung ist.
Die Schließung der Geburtshilfe in Potsdam hat Proteste ausgelöst, unter anderem in Form einer Online-Petition, die rund 15.900 Unterstützer mobilisierte. Ein Krankenhaussprecher betont, dass die Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung und mit Bedacht getroffen wurde. Es bleibt abzuwarten, ob die Verlagerung der Babyklappe wirklich zustande kommt und wie sie die Hilfsangebote für werdende Mütter in der Region beeinflussen wird.
Ein bedauerlicher Trend
Im Jahr 2025 wurde in der Babyklappe des Alexianer St.-Josefs-Krankenhauses kein Kind abgelegt. Dies bestätigte Pressesprecher Benjamin Stengl auf Anfrage. Auch wenn die Babyklappe im Sommer 2023 wiedereröffnet wurde, zeigt sich, dass das Angebot nur sehr selten in Anspruch genommen wird. Die Bedeutung dieser Einrichtung als letzte Chance für Frauen, die in Notlagen sind, bleibt jedoch unbestritten. Dr. Siegfried Schlag, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, hebt hervor, wie wichtig es ist, verzweifelten Menschen zu helfen. Trotz der geringen Nutzung wird an diesem Angebot festgehalten, was die christliche Aufgabe des Krankenhauses unterstreicht.
Das St. Josefs Krankenhaus bietet auch vertrauliche oder anonyme Entbindungen an, bei denen Frauen in Notlagen sicher und anonym ihr Kind zur Welt bringen können. Im vergangenen Jahr nutzten nur drei werdende Mütter dieses Angebot. Es ist klar, dass es noch viel zu tun gibt, um werdende Mütter in schwierigen Situationen besser zu unterstützen und ihnen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.
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