Heute ist der 29.04.2026 und in der Altstadt wird kräftig gebaut. Nach jahrelangem Stillstand zeigt die Baustelle für die neue Brücke am Altstadt Bahnhof reges Treiben. Das auffälligste Merkmal dieser Bautätigkeit ist ein 60-Meter-Kran, der als markantes Wahrzeichen über dem Geschehen thront. Torsten Klaehn, Baubetreuer vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, informiert über die Fortschritte, die im Moment gemacht werden. Die Brücke, die eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger auf der rechten Seite der Zanderstraße (Rampe Süd) umfasst, ist fast fertiggestellt. Die Seitenteile sind bereits betoniert, und sowohl die Fundamente als auch die Bewehrung für die beidseitigen Stützwände sind ebenfalls abgeschlossen.

Die 7. Brücke wird als erste fertiggestellt, auch wenn der Überbau noch fehlt; hier müssen Schalung und Bewehrung noch erstellt werden. Momentan wird die Schalung für die Stützwände in der aufsteigenden Verlängerung der Rampe Süd aufgestellt. Die neue Rampe auf der Seite des Schulamtes rückt näher ans Gebäude, sodass eine Böschung zur Stützung nicht mehr notwendig ist. Auch an der Rampe Nord gibt es Fortschritte zu vermelden: Das Fundament mit Bewehrung für die künftige Stützwand ist bereits im Boden verankert.

Vorbereitungen und Herausforderungen

Die Straßenanbindung an die Kreuzung Zanderstraße – Spittastraße und Fontanestraße ist ebenfalls vorbereitet. Diese vorgezogene Maßnahme beinhaltet die Verwendung von Erdstoffen aus dem Abbruch der alten Brücke. An der anderen Seite der Baustelle, zwischen Bahngleisen und Bundesstraße, wird ebenfalls hart gearbeitet. Um die Gleissicherung beim Aushub der Baugruben zu gewährleisten, wurden Spundwände an den Gleisanlagen getrieben. Die Baufirma hat sich zum Ziel gesetzt, zügig beim Bau der Widerlager voranzukommen und plant, viel mit dem aktuellen Kran-Standort abzudecken. Dennoch wird es notwendig sein, die Krane später umzusetzen.

Ein weiteres Hindernis stellen die häufig entdeckten und umverlegten unbekannten Leitungen dar, die zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Die Arbeiten zur Entsiegelung der Fahrbahnen auf der Seite der Magdeburger Straße laufen bereits seit über einer Woche, und die Entsiegelung der Auffahrt hat ebenfalls begonnen. Zudem wurden die Straßenbahngleise entfernt, und der Geh- sowie Radweg auf der rechten Seite der Zanderstraße wurden zurückgebaut. Vorbereitungen für die Verlegung der Regenwasserleitungen sind in vollem Gange.

Forschung und Entwicklung im Brückenbau

Im Kontext dieser Bautätigkeiten ist das Brückenkompetenzzentrum (BK) von großer Bedeutung. Es fungiert als zentrale Anlaufstelle für Forschungsfragen zum Thema „Brücke“ und stellt Wissen sowie praxisnahe Lösungen zur Verfügung. Die Herausforderungen, denen sich Bundesfernstraßenbrücken gegenübersehen, sind vielfältig: von alternder Bausubstanz über steigende Verkehrslasten bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels. Sicherheit und Verfügbarkeit von Brücken sind gesellschaftlich bedeutend, da sie direkt durch Verkehrseinschränkungen und -sperrungen beeinflusst werden.

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Ein agiles und prädiktives Lebenszyklusmanagement ist erforderlich, um die Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu optimieren. Hierbei werden Praxiserfahrungen und Forschungsergebnisse gebündelt. Die Initiierung praxisnaher Forschungsaktivitäten und die Generierung von Ergebnissen zur Klärung offener Fragestellungen sind zentrale Ziele des BK. Die BASt, der das BK angehört, vernetzt Akteure der Bundesfernstraßenbrücken und adressiert offene Forschungsbedarfe. Workshops werden regelmäßig veranstaltet, um Themen wie das management von Brücken zu vertiefen.

Zukunftsperspektiven

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Entwicklung wissenschaftlich-technischer Komponenten und effizienter Methoden zur automatischen Prozessierung und Operationalisierung eines digitalen sensorik-gestützten Bauwerksmonitorings. Hierbei wird eine Multisensoranalyse von Brückenschäden angestrebt, die unterschiedliche Schadenskategorien und -historien berücksichtigt. Das Ziel ist ein effizientes Sensorsystem, das sowohl stationäre als auch mobile Ansätze unterstützt und somit einen umfassenden Überblick über den Bauzustand ermöglicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bauarbeiten an der neuen Brücke am Altstadt Bahnhof nicht nur eine lokale Angelegenheit sind, sondern auch im Kontext wichtiger Entwicklungen und Herausforderungen im Brückenbau stehen, die weit über die Grenzen der Altstadt hinausreichen. Die Fortschritte vor Ort sind ein Beispiel für die Verbindung von praktischen Maßnahmen und wissenschaftlicher Forschung, die letztlich der Sicherheit und Effizienz unserer Verkehrsinfrastruktur dienen.

Für weitere Informationen zu den Bauarbeiten und deren Fortschritten besuchen Sie bitte den Artikel auf Meetingpoint Brandenburg.