Der Spandauer Marktplatz, ein zentraler Punkt in der Altstadt, steht vor einer grundlegenden Neugestaltung. Der ursprüngliche Baubeginn war bereits für Herbst 2022 angedacht, doch wie es oft so ist, kam alles anders. Jetzt wird der Umbau erst im Jahr 2028 starten, wobei die Ausschreibung für die Bauarbeiten demnächst erfolgen soll. Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) hat klar gemacht, dass der Marktplatz nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Aktuelle Probleme sind unter anderem die beschädigte Oberfläche, erhebliche Unebenheiten und das Fehlen einer durchgehenden Barrierefreiheit. Eine gute Nachricht: Ein Beteiligungsverfahren hat gezeigt, dass die Bürger eine Weiterentwicklung des Platzes wünschen.
Die geschätzten Umbaukosten belaufen sich auf etwa 6 Millionen Euro, und die Fertigstellung des Umbaus wird für 2032 erwartet. Interessanterweise wird der Umbau aus der Städtebauförderung finanziert, die 2032 ausläuft. Der Marktplatz ist nicht nur ein Ort für Wochenmärkte (135 Tage im Jahr!) und Weihnachtsmärkte, sondern auch ein wichtiger Raum für Veranstaltungen. Geplant sind verschiedene Maßnahmen, etwa der Wegfall der Treppenanlage in der Platzmitte und die barrierefreie Gestaltung des Marktplatzes. Außerdem sollen 30 neue Bäume gepflanzt und 20 Lichtstelen verschoben werden. Der Brunnen „Havelwelle“ wird entfernt und an das Havelufer umgezogen. Die Planer orientieren sich an erfolgreichen Beispielen wie dem Gendarmenmarkt und dem Marktplatz in Friedrichshagen.
Attraktive Gestaltung und Barrierefreiheit
Die Neugestaltung des Marktplatzes wird auf der Basis einer Rahmenkonzeption für den öffentlichen Raum erfolgen. Ziel ist es, einen attraktiven, barrierefreien Platz für Veranstaltungen und Märkte zu schaffen, der eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Geplant sind die Entfernung bestehender Höhenunterschiede und eine Erneuerung des Pflasterbelags. Die Vor- und Entwurfsplanung umfasst mehrere Ansätze, die schließlich in einen finalen Entwurf münden sollen. Bürger, Veranstalter und Marktbetreiber werden aktiv in den Planungsprozess einbezogen.
Im ersten Quartal 2021 gab es bereits eine Präsentation des Planungsstands, und die Bürger konnten über die Online-Plattform mein.berlin teilnehmen. Auch die Schaufenster des Vor-Ort-Büros in der Mönchstraße 8 sowie die Stadtteilzeitung informierten über Beteiligungsmöglichkeiten. Verzögerungen in den Planungen gab es aufgrund neuer Einleitbeschränkungen für Regenwasser in Berlin. Um dem Rechnung zu tragen, wird ein Entwässerungskonzept erarbeitet, das auf lokale Regenwasserversickerung und Rigolensysteme fokussiert.
Neues Wasserspiel und mehr
Im Sommer 2021 wurde eine Mehrfachbeauftragung für Entwürfe eines Wasserspiels vergeben, das in Abstimmung mit den Berliner Wasserbetrieben umgesetzt werden soll. Die Ideen zielen darauf ab, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den Platz besser für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Geplant sind auch neue Pflanzinseln mit größeren Bäumen, die als Sitzmöglichkeiten dienen sollen. Besonders wichtig ist die vollständige Barrierefreiheit, die in der Planung eine zentrale Rolle spielt. Dies steht in Einklang mit den demografischen Veränderungen, die die Bedeutung von Barrierefreiheit erhöhen, insbesondere für ältere Menschen.
Eine umfassende und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle – das ist das Ziel, das auch den Umbau des Marktplatzes in der Altstadt prägen wird. Die Normen zur Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum sind dabei nicht nur ein technischer Leitfaden, sondern auch ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen. Schließlich sollen Barrieren abgebaut werden, um einen Raum zu schaffen, der für alle zugänglich ist. Die Städtebauförderung unterstützt Gemeinden dabei, solche Maßnahmen zu realisieren – und genau das passiert hier in Spandau.
Die Klärung von Detailfragen läuft, und genaue Angaben zum Baubeginn werden noch folgen. Die Planung erstreckt sich von 2019 bis 2024, und der Umbau wird die Altstadt sicherlich aufwerten. Man darf gespannt sein, wie sich der Marktplatz entwickeln wird und wie die Bürger und Besucher auf die neuen Gegebenheiten reagieren werden.