Wohnen und Arbeiten in Vielfalt: Unterstützung für Migrantenfamilien in Gröpelingen
In Gröpelingen, einem Stadtteil von Bremen, läuft seit September 2023 das Biwaq-Projekt „Wohnen und Arbeiten in Vielfalt“. Ziel dieses Projekts ist es, Menschen, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, kostenlos bei der Suche nach Beschäftigung und der Bewältigung von Behördengängen zu unterstützen. Die Mehrheit der Teilnehmenden hat oft mit Sprachbarrieren zu kämpfen und ist wenig qualifiziert – über 90% befinden sich im Grundsicherungsniveau. Die Initiative wird durch den Europäischen Sozialfonds finanziert und läuft bis zum 30. Juni 2024. Nach diesem Datum ist geplant, im August 2024 einen Neustart des Projekts zu wagen.
Die Beratungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr, wobei eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich ist. Besonders bemerkenswert ist der individuelle Beratungsansatz, der in Gröpelingen verfolgt wird. Hier werden die Klienten oft mehrmals betreut. Das Projekt umfasst verschiedene Teilprojekte, unter anderem in Hemelingen und Grohner Düne. Während in Vegesack Gruppenangebote im Vordergrund stehen, wird in Gröpelingen auf die individuelle Situation jedes Teilnehmers eingegangen. Viele Klienten sind über 30 Jahre alt, häufig Alleinerziehende, die gesichert sind und eine Arbeitserlaubnis haben.
Vielfältige Unterstützung für Migrantenfamilien
Das Projekt „Wohnen und Arbeiten in Vielfalt“ ist Teil einer größeren Initiative. In Deutschland haben mehr als 25% der Familien eine Einwanderungsgeschichte. Das Bundesfamilienministerium fördert die Integration und Chancengleichheit dieser Familien durch verschiedene Programme. Dabei steht nicht nur die Erwerbsbeteiligung im Fokus, sondern auch die frühkindliche Bildung und die Unterstützung beim Zugang zu Bildungseinrichtungen. Niedrigschwellige Angebote wie mobile Familien-Cafés und Familienfrühstücke erleichtern das Ankommen in Deutschland und fördern den Zugang zu Bildung.
Ein weiterer Aspekt ist die Bedeutung der Erwerbstätigkeit von Müttern aus Zuwanderungsfamilien, die nicht nur deren wirtschaftliche Stabilität, sondern auch die der ganzen Familie fördert. Programme wie „Stark im Beruf“ haben von 2015 bis 2022 zugewanderte Mütter beim Einstieg in den Beruf unterstützt. Diese Erkenntnisse fließen nun in das neue Programm „MY TURN“ ein. Der partnerschaftliche Familiennachzug bleibt ein zentrales Motiv für den Zuzug nach Deutschland.
Beratung für alle Lebenslagen
Die Migrations- und Allgemeine Sozialberatung in Frankfurt hingegen richtet sich an Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und bietet Unterstützung in vielen Lebensbereichen an. Dazu gehören Aufenthalts- und Arbeitsangelegenheiten, Integrationskurse sowie Fragen rund um die Kinderbetreuung und Ausbildung. Auch die Themen Gesundheit, Renten und Familienkonflikte werden hier behandelt. Die Beratung ist mehrsprachig und ermöglicht so eine breitere Zugänglichkeit für die Ratsuchenden. Es gibt kaum einen Bereich, der nicht abgedeckt wird.
Die Hilfe, die durch das Biwaq-Projekt in Gröpelingen bereitgestellt wird, ist also Teil eines umfassenden Netzwerks von Unterstützungsangeboten in Deutschland. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist nicht nur eine gesellschaftliche Herausforderung, sondern auch eine Chance für Innovation und Fortschritt. Die Vielzahl an Programmen, die sich speziell auf diese Gruppen konzentrieren, zeigt, wie wichtig ein gezielter Ansatz ist, um Teilhabe und Chancengleichheit zu fördern.
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