Heute ist der 11.05.2026 und wir blicken nach Deutschland, wo die Situation rund um das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ für Aufregung sorgt. Ein Passagier aus Niedersachsen steht aktuell im Ausland unter Beobachtung, nachdem es zu einem Ausbruch des Hantavirus auf dem Schiff gekommen ist. Das niedersächsische Landesgesundheitsamt hat bestätigt, dass die Person von den Gesundheitsbehörden dort überwacht wird. Weitere Informationen zu anderen Passagieren liegen bislang nicht vor.
Ein Sprecher der Uniklinik Frankfurt hat die Ankunft eines Sonderisoliertransports zur Untersuchung und Beobachtung weiterer Passagiere bestätigt. Es ist bemerkenswert, dass vier deutsche Passagiere von Teneriffa in die Niederlande geflogen wurden, während ein anderer Passagier nach Großbritannien gebracht wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff erfasst, wobei drei Personen gestorben sind. Diese Todesfälle betreffen unter anderem eine deutsche Passagierin und ein niederländisches Ehepaar.
Die Virusgefahr und ihre Verbreitung
Der Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamts, Fabian Feil, erklärte, dass die Hantavirus-Infektionen auf dem Schiff von den in Deutschland vorkommenden Infektionen abweichen. Auf dem „Hondius“ trat das Andes-Hantavirus auf, welches schwere Atemwegssymptome verursachen kann. Es ist wichtig zu wissen, dass dieses Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist, jedoch nur bei engem und längerfristigem Kontakt. In Deutschland hingegen kommen Puumala-Hantaviren und Dobrava-Belgrad-Hantaviren vor, die nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind und eine geringere Sterblichkeit aufweisen. Das Risiko für die niedersächsische Bevölkerung wird als gering eingeschätzt.
Die WHO informiert bereits zwölf Länder über die betroffenen Passagiere. Passagiere und Besatzungsmitglieder werden in Teneriffa untersucht, nachdem das Schiff Kap Verde verlassen hat und in drei Tagen dort anlegen wird. Spanien erteilte dem „Hondius“ nach Abstimmung mit der WHO und der EU die Erlaubnis zum Anlegen. Das kapverdische Gesundheitsministerium hatte zuvor entschieden, das Schiff nicht in Praia anlegen zu lassen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Interessanterweise vermutet man, dass die Ursache der Infizierung nicht auf dem Schiff, sondern an Land vor der Kreuzfahrt stattgefunden hat.
Überblick über die Hantavirus-Fälle in Niedersachsen
In Niedersachsen wurden in den letzten Jahren einige Hantavirus-Fälle registriert: 2021 gab es 48 Fälle, 2022 waren es 13, und 2023 stieg die Zahl auf 66. Für 2024 wurden 31 Fälle gemeldet, 2025 waren es 45 und 2026 bisher 9. Auffällig ist, dass es in diesen Jahren keine Todesfälle gab. Dies ist ein positiver Aspekt, wenn man die aktuelle Situation betrachtet.
Hantaviren werden meist durch kontaminierte Staubpartikel übertragen. Auch wenn Infektionen oft symptomlos verlaufen oder nur mit unspezifischen Symptomen auftreten, können sie auch schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Die WHO sieht den aktuellen Ausbruch nicht als Beginn einer neuen Pandemie, sondern als ein begrenztes Ereignis an. Dennoch bleibt die Lage angespannt, insbesondere für die betroffenen Passagiere und deren Familien.