In Osterholz-Scharmbeck gibt es eine wichtige Neuerung, die sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen kümmert. Das Diakonische Werk im Kirchenkreis hat eine Fachberatungsstelle für Gewaltschutz eröffnet, die sich besonders auf sexualisierte Gewalt konzentriert. Die Beraterinnen Johanna Glahn und Tomke Schwarz stehen bereit, um jungen Menschen und ihren Angehörigen zu helfen. Die Räume der Beratungsstelle befinden sich an der Marktweide 11 und nutzen das „Anderland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche“.

Die Beratungsstelle ist nicht nur vertraulich, sondern auch anonym, wenn gewünscht. Das Angebot richtet sich an alle, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Lebenssituation. Die Finanzierung ist ein gelungenes Zusammenspiel aus verschiedenen Quellen: Der Landkreis Osterholz trägt 50 Prozent, das Land Niedersachsen etwa 33 Prozent und der Kirchenkreis steuert 15 Prozent bei. Auf diese Weise wurden unbefristete Stellen im Gesamtumfang von 50 Wochenstunden geschaffen. Eine Kooperation mit dem Jugendamt sorgt dafür, dass bei akuten Fällen von Kindeswohlgefährdung rasch gehandelt werden kann.

Wichtige Unterstützung für Betroffene

Die Beratungsstelle hat bereits vor ihrer offiziellen Eröffnung erste Klienten empfangen. Das zeigt, wie dringend der Bedarf ist. Dunkelfeldstudien belegen einen Anstieg der Fälle sexualisierter Gewalt, auch wenn die Sensibilität in der Gesellschaft steigt und mehr Menschen bereit sind, darüber zu sprechen. Bei einer Umfrage unter 5855 jungen Leuten zwischen 14 und 25 Jahren gaben 64 Prozent an, von sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt betroffen gewesen zu sein. 29 Prozent berichteten sogar von erzwungenen körperlichen Berührungen oder sexuellen Handlungen.

Die Fachkräfte betonen, dass die Beratungsstelle keine Therapie ersetzt, aber dennoch wichtige Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Freunde und Angehörige bietet. Auch Pädagogen und Ehrenamtliche können sich hier informieren und Unterstützung holen. Aufklärung und Empowerment stehen im Vordergrund, damit Heranwachsende besser mit solchen Themen umgehen können. Kontaktieren kann man die Beratungsstelle telefonisch, persönlich oder per E-Mail – montags bis freitags sind die Beraterinnen erreichbar.

Datenschutz und Transparenz

In Zeiten, in denen Datenschutz mehr denn je im Fokus steht, ist es wichtig zu wissen, wie mit Daten umgegangen wird. Die Webseite der Beratungsstelle verwendet ein Tool zur Analyse des Webverhaltens, um die Struktur und Gestaltung ihres Angebots zu verbessern. Dabei werden verschiedene Daten wie IP-Adresse, Gerätetyp und aufgerufene URLs verarbeitet. Die Einwilligung zur Datenverarbeitung kann jederzeit widerrufen werden, was in den Datenschutzerklärungen klar erläutert wird. Die Daten werden umgehend pseudonymisiert und nach 90 Tagen gelöscht. Diese Transparenz schafft Vertrauen, was für Betroffene enorm wichtig ist.

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Das Engagement der Beraterinnen und die Kooperationen, die hier eingegangen werden, sind ein Lichtblick für viele in der Region. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich die Gesellschaft mit solchen Themen auseinandersetzt und Unterstützungsmöglichkeiten schafft. In Zeiten, in denen die Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt alarmierend hoch bleibt, ist jede Initiative, die Hilfe anbietet, von unschätzbarem Wert. Die Beratungsstelle in Osterholz-Scharmbeck ist ein Schritt in die richtige Richtung, um jungen Menschen eine Stimme zu geben und ihnen zu helfen, die Unterstützung zu bekommen, die sie verdienen.

Mehr Informationen finden Sie in dem Artikel auf Weser-Kurier.

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