In Osterholz-Scharmbeck wurde am frühen Freitagmorgen eine Seniorin vermisst, die aus einer Seniorenwohnanlage verschwunden war. Die örtlichen Behörden waren schnell alarmiert, doch ein Polizeihubschrauber stand nicht zur Verfügung. Die Feuerwehr Lilienthal sprang ein und setzte eine Drohne zur Unterstützung ein, um die Suche nach der vermissten Frau zu intensivieren. Gemeinsam mit der Polizei wurden die möglichen Suchgebiete festgelegt. Die Drohne, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, startete ihren Einsatz, während die Einsatzkräfte alles daran setzten, die Seniorin zu finden. Schließlich kam die erlösende Entwarnung: Die vermisste Frau wurde in einem Krankenhaus aufgefunden, und der Einsatz der Drohnengruppe endete gegen 6 Uhr. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie hier.
Solche Einsätze sind heutzutage nicht mehr unüblich. Drohnen spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Suche nach vermissten Personen. Gerade in unwegsamem Gelände, wie bei einer Übung in den bayerischen Alpen, bei Schwangau, wird die Technologie auf Herz und Nieren getestet. Dort wurden neulich neun vermisste Wanderer gesucht – ein Szenario, das ohne die Unterstützung von Drohnen und moderner Technik kaum zu bewältigen gewesen wäre. Rund 100 Rettungskräfte, darunter das Bayerische Rote Kreuz, die Bergwacht und die Polizei, waren beteiligt. Die Übung war zudem der Abschluss des Projekts „KIResQ“, das mit etwa 870.000 Euro gefördert wurde und sich der KI-gestützten Auswertung von Wärmebildern widmet.
Technologie im Dienst der Menschlichkeit
Das Ziel des Projekts ist es, die Auffindung vermisster Personen durch automatisierte Auswertung von Wärmebildern zu beschleunigen. Dabei kommt eine KI zum Einsatz, die mit 10.000 hochaufgelösten Infrarotbildern trainiert wurde. Sie soll Wärmesignaturen von Menschen unabhängig von Tages- und Jahreszeit erkennen. Bei dieser Übung identifizierte die KI bereits sieben der neun vermissten Personen. Eine Person wurde von einer Hundestaffel gefunden, eine andere von Bergrettern aus einer Steilwand gerettet. Die Bilanz ist durchweg positiv – eine erfolgreiche Demonstration, dass Technologie Leben retten kann.
Die Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes koordiniert das Projekt, bei dem Experten aus Sicherheitsbehörden national und international zusammenarbeiten. Die Übung fand in der Talstation Tegelberg statt und brachte eine mobile Einsatzzentrale des BRK sowie ein Mission Board zur Koordination der Drohnenteams ins Spiel. Bis Mitte 2025 sollen die Analyseergebnisse zur Verbesserung der KI genutzt werden, um Handlungsempfehlungen für die Einsatzkräfte zu entwickeln. Die Hoffnung ist groß, dass die entwickelten Lösungen bald für alle Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.