Heute ist der 29.05.2026, und in Osterholz tut sich was! Der Kreissportbund Osterholz hat einen bedeutenden Aufruf gestartet, der die Sportvereine der Region betrifft. Unter dem Motto „Schweigen schützt die Falschen! Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ wird zur Prävention sexualisierter Gewalt aufgerufen und die Entwicklung von Kinderschutz-Konzepten gefördert. Ein wichtiges Thema, das uns alle angeht, denn es geht um den Schutz der Kinder und Jugendlichen in unseren Vereinen.
Die Initiative sieht kostenlose Schulungen für Ehrenamtliche vor, die auf dem zertifizierten Präventionsprogramm der Sportjugend Niedersachsen basieren. Betreuer, Übungsleiter und Funktionäre aus vier Sportvereinen haben bereits am Schulungsprogramm teilgenommen, während zwei weitere Vereine auf der Warteliste stehen. Jens Themsen, der Vorsitzende des KSB, hat die Dringlichkeit dieser Schulungen betont. Handlungssicherheit und eine Vertrauensbasis in den Vereinen sind entscheidend, damit Betroffene wissen, an wen sie sich wenden können. Auch Erwachsene sollen informiert werden – hier wird auf die Bedeutung von Grenzen und das Ernstnehmen von Störgefühlen hingewiesen.
Gütesiegel und Unterstützung für Vereine
Ein besonders spannendes Element dieser Initiative ist das Gütesiegel „Ausgezeichnet – Verein(t) zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“. Dieses wird nach Abschluss des gesamten Prozesses für vier Jahre vergeben und kann danach erneuert werden. Um das Gütesiegel zu erlangen, müssen die Vereine ein umfassendes Schutzkonzept entwickeln. Der Prozess kann bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Hierbei erhalten sie Unterstützung bei Risiko- und Ressourcenanalysen sowie bei der Schulung ihrer Übungsleiter. Die Module für ein Schutzkonzept sind zwar verpflichtend, aber sie bieten auch eine wertvolle Struktur, um Verhaltensregeln zu definieren, Vertrauenspersonen zu benennen und Beschwerdeverfahren einzurichten.
Im Spitzen- und Leistungssport wird parallel ein Kompetenzzentrum namens Safe Sport aufgebaut, das auf freiwilliger Selbstverpflichtung beruht. Übungsleiter im Breitensport müssen zudem ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen – was schon mal ein gutes Zeichen ist, aber es gibt Bedenken hinsichtlich der Verfolgbarkeit bei Vereinswechseln. Das Thema wird also auch auf höchster Ebene diskutiert.
Lizenzsystem unter der Lupe
In einem weiteren Zusammenhang, der es wert ist, erwähnt zu werden, sind die aktuellen Überlegungen zur Weiterentwicklung des Lizenzsystems in der DOSB-Lizenzausbildung. Dr. Thomas Summerer hat ein Rechtsgutachten erstellt, das Lizenzentzugs-Möglichkeiten basierend auf den DOSB-Rahmenrichtlinien erörtert. Dazu gehört auch eine Checkliste zur praktischen Umsetzung, die für die Vereine von großem Nutzen sein könnte. Eine gutachterliche Stellungnahme von Prof. Dr. Cherkeh fordert zudem die Notwendigkeit eines Strafenkatalogs bei Fehlverhalten von Lizenzinhabern. Beide Gutachten ergänzen sich und bilden eine wichtige Grundlage für die Diskussion über die Vereinheitlichung von Regelungen.
Der Vorstand des DOSB plant, diese Themen in einer umfassenden Diskussion mit Expert*innen aus den Mitgliedsorganisationen zu erörtern. Eine Task-Force wird eingerichtet, um eine Strategie zu entwickeln – spannend zu sehen, wie sich das Ganze weiterentwickeln wird und welche konkreten Schritte folgen. Die Richtung, in die sich das Lizenzsystem entwickeln könnte, bleibt abzuwarten, aber die Dringlichkeit ist unübersehbar.
Insgesamt zeigt sich, dass in Osterholz und darüber hinaus ein starkes Bewusstsein für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport entsteht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Initiativen Früchte tragen und eine sichere Umgebung für alle Sportlerinnen und Sportler schaffen.
