In Walle, einem Stadtteil von Bremen, feiert der Zweirad-Fachmarkt Dutschke in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum. Der Fachbetrieb, der 1906 als Metallbau Dutschke gegründet wurde, blickt auf 120 Jahre Tradition zurück. In den 1970er-Jahren wurde die Firma in einen Fahrrad- und einen Metallbaubetrieb aufgeteilt. Heute wird das Unternehmen von Geschäftsführer Marcus Knief geleitet, der 1993 in das Unternehmen eintrat und es 2001 übernahm. Unter seiner Führung zog Dutschke in den Bremer Westen und fokussierte sich zunehmend auf den E-Bike-Markt.
Im Jahr 2003 entschied sich Dutschke, die italienischen Marken Piaggio und Vespa aus dem Sortiment zu nehmen und stattdessen auf E-Bikes umzusteigen. Der erste E-Bike-Hersteller, der im Sortiment aufgenommen wurde, war die Schweizer Marke Flyer. Die Showroomfläche von Dutschke umfasst beeindruckende 800 Quadratmeter, auf denen über 400 Fahrräder ausgestellt sind, von denen 75% elektrisch unterstützte Modelle sind. Das Unternehmen feiert außerdem 60 Jahre Mitgliedschaft in der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft (ZEG), die 1966 gegründet wurde, um den Fahrradeinzelhandel mit günstigeren Einkaufsmöglichkeiten zu unterstützen. Im ersten Jahr traten 95 Händler bei und erzielten einen Umsatz von 2,2 Millionen DM.
Jubiläumsaktionen und besondere Beratung
Anlässlich des Jubiläums stellt Dutschke ab dem 15. April Sondermodelle aus jedem Sortimentsbereich zur Verfügung. Kunden können sich auf persönliche Beratung freuen, die Testfahrten sowie Anpassungen von Rahmenhöhe, Sitzposition und Lenkereinstellungen umfasst. Darüber hinaus bietet Dutschke eine Sattelberatung zur Vermessung der Sitzknochenabstände an und gibt Empfehlungen zur Akkugröße, wobei der Fokus auf der Alltagstauglichkeit liegt.
Die Werkstatt des Fachmarktes nimmt ausschließlich Fachhandelsräder für größere Reparaturen an, und es wird eine besondere Sorgfalt bei Akkus empfohlen, um vor unsachgemäßer Handhabung zu warnen. Rund 70% der Kunden entscheiden sich mittlerweile für Leasing-Modelle wie Job-Rad, viele buchen zusätzlich ein Verschleißpaket. Technische Anpassungen an Kundenwünsche stehen ebenfalls im Fokus, wobei Leichtigkeit und Riemenantrieb besonders betont werden. Üblicherweise liegt die Reichweite der E-Bikes bei circa 100 Kilometern, während leichtere Modelle bis zu 70 Kilometer erreichen können.
Die Rolle der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft
Die ZEG hat sich seit ihrer Gründung stetig weiterentwickelt. Von der ersten Eigenmarke NSU-Rubin, die 1983 ins Leben gerufen wurde und im ersten Jahr 55.000 Fahrräder verkaufte, bis hin zu einem Umsatz von 543 Millionen Euro im Jahr 2014 hat die Genossenschaft immer wieder neue Meilensteine gesetzt. Die ZEG hat mittlerweile auch Händler aus mehreren europäischen Ländern, darunter Belgien, Österreich und die Schweiz, in ihren Reihen.
Die eigene Markenproduktion, wie die von Pegasus und Bulls, wird größtenteils in Vietnam und Kambodscha durchgeführt. Besonders hochwertige Modelle, wie die E-MTBs, werden im Kettler Alu-Rad Werk in St. Ingbert montiert. Zudem hat die ZEG 2017 den Schweizer E-Bike-Hersteller Biketec AG übernommen, was die Marktposition im E-Bike-Segment stärkt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Entwicklungen im Zweiradmarkt sind vielversprechend, und die Nachfrage nach E-Bikes wächst weiterhin. Die ZEG plant, ihre Produktneuheiten künftig nicht mehr auf der Eurobike in Frankfurt, sondern auf einer erweiterten Hausmesse in Köln zu präsentieren. Dies spiegelt den sich verändernden Markt wider und zeigt, dass die Branche stets in Bewegung ist.
Für weitere Informationen zu aktuellen Marktdaten und Entwicklungen in der Zweiradbranche verweisen wir auf die umfassende Marktdatenpräsentation des ZIV.