Im Blockland, einem idyllischen Stadtteil Bremens, betreibt Kornelia „Konny“ Staffeldt die Kultkneipe Pusta-Stube. Hier, am Ufer der Wümme, lebt sie ihre Leidenschaft für die Natur in einem bunten, naturnahen Garten aus. Das Besondere an ihrem Garten ist nicht nur die schier unendliche Vielfalt an Pflanzen, sondern auch die persönliche Geschichte, die jede Ecke prägt. Staffeldt, die als Tochter eines Artistenpaares im Zirkuswagen aufwuchs, hat ihren Garten mit vielen Erinnerungsstücken versehen, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. Ein kleines Mädchen bezeichnete diesen Ort einmal als Wohnort von Pippi Langstrumpf, was die magische Atmosphäre nur unterstreicht.

Der Garten erstreckt sich über etwa 1800 Quadratmeter und bietet einen bunten Mix aus Blumen, Rosen und Obstbäumen. Hier wachsen Birnen, Kirschen, Äpfel und sogar Aprikosen. Einige Pflanzen sind nach persönlichen Erinnerungen benannt. Kornelia hat eine besondere Vorliebe für Hortensien und lässt sogar Unkraut wachsen – ganz im Sinne der natürlichen Unordnung, die sie schätzt. Ihre Leidenschaft für die Natur zeigt sich auch in der Verarbeitung von Früchten und Kräutern wie Waldmeister, Zitronenmelisse und Rosmarin, die sie in ihre Küche einbringt. Eine Akazie, die als Setzling aus Ungarn mitgebracht wurde, ist ein weiteres Symbol ihrer familiären Wurzeln.

Kultur und Musik in der Pusta-Stube

Die Pusta-Stube, die Kornelia seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 2004 leitet, ist mehr als nur eine Gaststätte. Hier finden jährlich rund 190 Konzerte statt, die nicht nur Touristen, sondern auch lokale Professoren und Künstler anziehen. Mit einer urigen Atmosphäre und köstlicher Hausmannskost hat Staffeldt die Kneipe zu einem beliebten Treffpunkt für Kleinkunst und kulturelle Veranstaltungen gemacht. Ihr Lebensgefährte Florian Kröning organisiert die musikalischen Auftritte, bei denen bereits bekannte Künstler wie Fred Drobnjak und Jutta Gürtler auftraten.

Die Geschichte der Pusta-Stube reicht zurück bis ins Jahr 1973, als Kornelias Eltern, Janos und Therese Hergott, die Gaststätte mieteten. Die beiden ehemaligen Artisten der Trapez- und Hochseiltruppe „Seven Hungarias“ flüchteten aus Ungarn und brachten mit ihren Auftritten nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Vielzahl an Begegnungen mit prominenten Persönlichkeiten wie Che Guevara und Frank Sinatra nach Bremen. Diese Verbindung zur Kunst und Kultur lebt in der Pusta-Stube weiter, wo regelmäßig Veranstaltungen mit Musikern, Autoren und Schauspielern stattfinden.

Die Pusta-Stube hat sich in den letzten Jahren zu einem Ort entwickelt, an dem sich Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen treffen. Hier wird nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch diskutiert und musiziert. Es ist ein Ort, an dem die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft und wo jeder Besuch ein kleines Stück Kulturgeschichte erzählt. Kornelia Staffeldt hat es geschafft, einen Raum zu schaffen, der verbindet und inspiriert – sowohl durch die Natur als auch durch die Kunst. Und auch wenn sie schon seit Jahrzehnten keinen Fernseher mehr hat, ist sie in ihrer kleinen Welt vollkommen glücklich.

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