In Schleswig-Holstein wird die Situation für Flüchtlinge in den nächsten Jahren drastisch verändert. Das Kabinett hat beschlossen, die Kapazitäten in den Landesunterkünften bis Ende 2027 zu reduzieren. Ziel ist es, die Erstaufnahme auf die Standorte Neumünster, Bad Segeberg und Seeth, im Kreis Nordfriesland zu konzentrieren. Insgesamt stehen dort künftig 3.470 Plätze zur Verfügung. Die anderen Standorte, wie Boostedt und Rendsburg, bleiben als Reserve mit über 2.300 Plätzen. Das bedeutet, dass die Landesunterkunft in Kiel bis Ende 2026 geschlossen wird! Integrationsministerin Aminata Touré hat betont, dass es wichtig ist, ausreichend Plätze für Schutzsuchende bereitzuhalten und dabei verantwortungsvoll mit den öffentlichen Mitteln umzugehen. Immerhin wird mit Einsparungen von rund 53 Millionen Euro bis Ende 2027 gerechnet.

Aktuell werden in Schleswig-Holstein sieben Landesunterkünfte betrieben, die durchschnittlich rund 2.000 von 5.845 aktiven Unterbringungsplätzen belegen. Ein interessanter Fakt: Im vergangenen Jahr kamen rund 31 Prozent weniger Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein als noch 2024, und auch für dieses Jahr wird ein Rückgang erwartet. Dazu kommt, dass die Bundeswehr Interesse an einer Liegenschaft in Boostedt, der ehemaligen Rantzau-Kaserne, angemeldet hat, um dort Soldaten zu stationieren. Das klingt fast nach einem Wettlauf um die besten Plätze, oder?

Unterbringung und Integration

Neu ankommende Flüchtlinge in Schleswig-Holstein werden in Neumünster oder einer der drei anderen Unterkünfte, also Boostedt, Rendsburg oder Bad Segeberg, untergebracht. Ihr Aufenthalt dort dauert in der Regel bis zur Klärung ihrer Bleibeperspektive. Wenn jemand langfristig bleiben möchte, verlässt er die Unterkünfte meist nach zwei bis drei Wochen. Aber was passiert dann? Nach dem Verlassen werden die Zuwanderer von den zuständigen Behörden in den Landkreisen oder kreisfreien Städten aufgenommen. Bei unklarer Bleibeperspektive bleibt man allerdings bis zur endgültigen Entscheidung in der Unterkunft.

Die Betreuung der Bewohner erfolgt durch verschiedene Betreuungsverbände. In Neumünster etwa kümmert sich die DRK Betreuungsgesellschaft um die Flüchtlinge, in Boostedt und Bad Segeberg der DRK Kreisverband Segeberg, und in Rendsburg ist die Johanniter Unfallhilfe Schleswig-Holstein am Werk. Die Sprachförderung ist ein wichtiger erster Schritt zur Integration – schließlich ist Kommunikation das A und O! Und natürlich gibt es auch Sozial- und Verfahrensberatungen für die Bewohner der Landesunterkünfte, die sicherstellen sollen, dass niemand im Bürokratie-Dschungel verloren geht.

Unterstützung und Angebote

Die Diakonie Altholstein spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um Migration und Integration geht. Sie unterstützt Menschen im Kirchenkreis Altholstein und darüber hinaus mit einer Vielzahl von Angeboten. Dabei stehen Beratung zu Aufenthalts- und Integrationsfragen, Unterstützung im Alltag und Begleitung bei Behördengängen im Vordergrund. Das Ziel ist es, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern, unabhängig vom Wohnort. Die Fachstelle bietet umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote für geflüchtete und migrierte Menschen in verschiedenen Phasen ihres Aufenthalts in Deutschland.

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Besondere Schwerpunkte liegen hierbei auf der Asylverfahrensberatung für Geflüchtete und Migrationsberatung. Und wenn jemand Unterstützung beim Thema Frauengesundheit braucht, gibt es die TABU-Fachstelle in Kiel. Mental Health Coaches in Rendsburg und Sozialberatungen in der Abschiebungshaft in Glückstadt sind ebenfalls Teil des Angebots. All diese Initiativen zeigen, wie wichtig es ist, die Menschen nicht nur unterzubringen, sondern sie auch aktiv in die Gesellschaft zu integrieren.

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