Heute ist der 20.05.2026 und in Bergedorf tut sich etwas Großes in der Welt der Energie. Das Unternehmen Flower hat Pläne für den Bau Deutschlands größten innerstädtischen Batteriespeichers, der im Jahr 2028 in Betrieb gehen soll. Mit einer beeindruckenden Leistung von 100 Megawatt und einer Speicherkapazität von 400 Megawattstunden wird dieser Speicher die Landschaft der erneuerbaren Energien in Hamburg und darüber hinaus verändern. Die Hamburger Energienetze haben bereits den Anschluss genehmigt, allerdings unter einer flexiblen Anschlussvereinbarung. Das klingt zunächst kompliziert, ist aber nötig, da die Stadtwerke warnen, dass der Batteriespeicher möglicherweise mehr Last als Nutzen für das städtische Netz bringen könnte.
Der Standort für dieses ambitionierte Projekt ist eine zwei Hektar große Brachfläche am Neuen Schleusengraben hinter dem Deich. Diese Lage hat sich als besonders geeignet erwiesen, da sie in unmittelbarer Nähe zum Energie-Campus der HAW Hamburg und dem Innovationspark Bergedorf ist, der auf erneuerbare Energien fokussiert ist. John Diklev, der Gründer von Flower, bezeichnet das Vorhaben als einen wichtigen Meilenstein zur Skalierung von Batteriespeichern in Deutschland. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir uns ernsthaft mit der Zukunft der Energieversorgung auseinandersetzen müssen.
Ein Boom für Batteriespeicher
In Deutschland erleben wir derzeit einen regelrechten Boom bei Batteriespeichern, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Laut einem Bericht der RWTH Aachen University gibt es bereits mehrere Hunderttausend private Heimspeicher mit einer Gesamt-Speicherkapazität von 21,28 Gigawattstunden. Und die großen Batteriespeicher, die mehr als ein Megawatt Leistung haben, bringen es sogar auf eine Speicherkapazität von 5,38 Gigawattstunden. Das zeigt, dass die Nachfrage nach Netzanschlüssen für solche Speicher enorm ist, da sie von Netzentgelten befreit sind und gleichzeitig von Preisschwankungen an der Energiebörse profitieren können.
Aber nicht nur Flower ist in diesem Bereich aktiv. Auch Vattenfall plant einen Batteriespeicher mit 100 Megawatt Leistung auf dem Gelände eines stillgelegten Atomkraftwerks in Geesthacht. Der geplante Speicher in Bergedorf wird massive Dimensionen annehmen: Er wird aus rund 80 Batterieblöcken bestehen, die die Größe von Standardcontainern haben. Um einen Eindruck zu bekommen – dieser Speicher ist rund 80 Mal größer als Hamburgs bisher größter Speicher und ganze 80.000-fach so groß wie die üblichen privaten Haus-Batteriespeicher von Photovoltaikanlagen. Das ist schon echt beeindruckend!
Der neue Speicher wird mit Strom aus erneuerbaren Energien aufgeladen, wenn viel grüner Strom produziert wird – zum Beispiel an sonnigen Tagen. Wenn die Produktion niedrig ist, etwa nachts oder bei Flaute, wird der gespeicherte Strom ins Netz eingespeist. So wird ein Teil der Unbeständigkeit im Bereich der erneuerbaren Energien ausgeglichen. Die städtische Agentur Hamburg Invest betrachtet den Bau als Erfolg für die Wirtschaftsförderung, was nicht überraschend ist, wenn man bedenkt, dass die Energiewende auch neue wirtschaftliche Impulse bringen kann.
In einer Zeit, in der der Ausbau der Stromnetze dem Wachstum der erneuerbaren Energien hinterherhinkt, sind solche Projekte wie der Batteriespeicher in Bergedorf mehr als nur ein technisches Unterfangen. Sie sind ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft, die für alle von Bedeutung ist. Bleiben wir gespannt, wie sich die Dinge in den kommenden Jahren entwickeln werden – die Reise hat gerade erst begonnen!