Heute ist der 21.04.2026 und die Situation in der Wildtierstation Looki in Bergedorf ist besorgniserregend. Die Einrichtung, die sich um verletzte und hilfsbedürftige Tiere kümmert, hat aufgrund fehlender finanzieller Mittel den Aufnahmestopp für neue Tiere verhängt. Dies ist ein schwerer Schlag, da die Station auf die Unterstützung von Spenden angewiesen ist, um Futter, Medikamente und Tierarztbesuche zu finanzieren. Der Verein, der die Station betreibt, befürchtet eine Schließung und hat die Stadt um Unterstützung gebeten.
Rund 50 Ehrenamtliche engagieren sich in der Wildtierstation und versorgen derzeit über 500 Tiere, darunter Igel, Waschbären und Eichhörnchen. Die finanzielle Lage hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschärft; die Spenden sind deutlich zurückgegangen. Stationsleiterin Vanessa Haloui berichtet, dass die Mittel nur noch für maximal sechs Monate ausreichen. Wöchentlich müssen etwa 100 Tiere abgewiesen werden, was die Situation der hilfsbedürftigen Tiere weiter verschärft. Der Verein benötigt jährlich etwa 150.000 Euro, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. In der kommenden Woche werden sich Bezirkspolitiker in Bergedorf mit dieser Problematik befassen. Die CDU-Fraktion plant bereits, einen Antrag auf kontinuierliche finanzielle Förderung der Station in die Bezirksversammlung einzubringen. [NDR]
Die Wurzeln von Looki
Vanessa Haloui, die 42-jährige Gründerin der Wildtierstation, hat eine persönliche Geschichte, die eng mit der Mission von Looki verknüpft ist. Schon im Teenageralter fand sie einen verletzten Igel namens Piksi und pflegte ihn liebevoll zu Hause auf. 2010 gründete sie den Verein „Looki“, um anderen verletzten und kranken Wildtieren zu helfen. Der Verein erhielt 2016 ein 2600 Quadratmeter großes Grundstück am Pollhof in Bergedorf, auf dem die Tiere eine sichere Unterkunft finden konnten.
Die Wildtierstation nimmt verletzte, kranke oder mutterlose Tiere auf, die oft von Privatpersonen oder der Polizei gebracht werden. Aktuell gibt es einen Aufnahmestopp für Waschbären, da das Gehege überfüllt ist und diese Tiere nicht wieder ausgewildert werden dürfen. Zudem ist die Zahl der Igel, die nicht in die Freiheit entlassen werden können, gestiegen, da viele durch Rasenmähroboter verletzt werden. Vanessa Haloui arbeitet unermüdlich, sieben Tage die Woche, auch nachts, um sich um die Tiere zu kümmern. Oft finanziert sie den Verein aus eigenen Ersparnissen, was ihre Sorge über das mögliche Aus des Vereins noch verstärkt, insbesondere angesichts der sinkenden Spenden und steigenden Kosten. Monatlich benötigt der Verein etwa 500 Euro nur für Futter. Die Haspa unterstützt Looki finanziell und hat eine Patenschaft für die Station übernommen. [MOPO]
Ein Aufruf zur Unterstützung
Die Herausforderungen, vor denen die Wildtierstation Looki steht, sind nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegeln eine breite gesellschaftliche Verantwortung wider. Der Schutz von Wildtieren und deren Lebensräumen wird zunehmend wichtiger, und es ist entscheidend, dass Initiativen wie Looki überleben können. Die bevorstehenden Gespräche mit den Bezirkspolitikern könnten die Wende bringen, die die Station dringend benötigt. Es ist zu hoffen, dass die Stadt und die Gemeinschaft die Bedeutung dieser Einrichtung erkennen und unterstützen, damit die Ehrenamtlichen weiterhin ihre wertvolle Arbeit leisten können.