In Hamburg hat die erste Verhandlungsrunde um höhere Löhne im Groß- und Außenhandel am 19. April 2026 ohne Ergebnis geendet. Rund 60.000 Beschäftigte sind von dieser Tarifrunde betroffen. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 7 % oder mindestens 250 Euro monatlich. Auch für die Auszubildenden hat Verdi eine Erhöhung um 150 Euro pro Monat im Blick. Die Gewerkschaft kritisierte die Arbeitgeber für ihre „leeren Hände“ während der Verhandlungen und begründete ihre Forderungen mit den steigenden Lebenshaltungskosten und dem niedrigen Einkommensniveau. Ein Beispiel: Eine Kauffrau oder ein Kaufmann im Groß- und Außenhandel verdient ab dem sechsten Jahr 3.300 Euro brutto.
Auf der anderen Seite äußerte sich der Arbeitgebervertreter Michael Fink besorgt über die Lage. Er betonte, dass die Bedingungen für die Branche sehr schwierig seien und dass die Forderung nach 7 % mehr Entgelt nicht bezahlbar sei. Fink warnte, dass dies möglicherweise Arbeitsplätze gefährden könnte. Der nächste Gesprächstermin ist für den 19. Mai angesetzt.
Hintergrund der Verhandlungen
Diese Tarifverhandlungen sind Teil eines größeren Rahmens, der 16 Tarifgebiete des Einzelhandels und 20 Tarifgebiete des Groß- und Außenhandels betrifft. Auf einer Tarifkoordinierungskonferenz am 14. und 15. April 2026 in Frankfurt wurden gemeinsame Eckpunkte für die Tarifrunden im Handel beschlossen. Die Gewerkschaft ver.di fordert eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 7 Prozent mit einer Laufzeit von 12 Monaten, die über der Inflationsrate liegen soll. Diese Forderungen gelten nicht nur für die Löhne, Gehälter und Entgelte im Einzel- und Versandhandel, sondern auch im Groß- und Außenhandel.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Teilzeitanteil in dieser Branche. Im Einzelhandel arbeiten 65,1 Prozent und im Großhandel 27,6 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, oft unfreiwillig. Diese Situation wird durch steigende Preise, insbesondere bei Benzin und Diesel, zusätzlich belastet. Trotz der hohen Umsätze, die der Einzel- und Großhandel im Jahr 2025 erzielten, haben die Beschäftigten weiterhin mit erheblichen finanziellen Herausforderungen zu kämpfen.
Ausblick auf die kommenden Verhandlungen
Die Verhandlungen, die am 17. April 2026 in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg beginnen, könnten entscheidend für die Zukunft der Beschäftigten im Handel sein. Verdi hat klargestellt, dass einmalige Zahlungen als Ersatz für tabellenwirksame Entgeltsteigerungen abgelehnt werden. Die Gewerkschaft setzt auf eine nachhaltige Verbesserung der Einkommenssituation, um den Herausforderungen, denen die Beschäftigten gegenüberstehen, gerecht zu werden.
Für weiterführende Informationen zu den Tarife und Forderungen der Gewerkschaft ver.di können Sie die vollständige Meldung auf n-tv nachlesen.