In der Nacht zum Sonntag, dem 17. Mai, kam es in Hamburg-Mitte auf dem Hans-Albers-Platz in St. Pauli zu einem bedauerlichen Vorfall. Zwei junge Männer, 18 und 19 Jahre alt, wurden Opfer eines homophoben Angriffs. Der Vorfall ereignete sich gegen 2.35 Uhr, als die beiden beim Küssen gefilmt wurden. Zwei Männer, die die Szene beobachteten, reagierten auf eine äußerst unangemessene Weise. Einer der Filmer beleidigte die beiden homophob und schlug einem der jungen Männer ins Gesicht. Danach entfernten sich die Täter in unbekannte Richtung, während der 19-Jährige versuchte, sie zu verfolgen, jedoch von einer unbeteiligten Person zu Fall gebracht wurde. Glücklicherweise blieben die Verletzungen der beiden Männer leicht, und sie erstatteten Anzeige bei der Polizei. Die Beamten suchen nun Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können.

Der Haupttäter wird als etwa 17 bis 20 Jahre alt beschrieben, mit einer Größe von 180 bis 185 cm und einem Erscheinungsbild, das als „südländisch/türkisch“ charakterisiert wird – dunkle Haare, helle Jeans sowie eine beigefarbene Weste und Cap. Sein Komplize trug ein Basecap. Die Polizei ist unter der Rufnummer 040 428656789 zu erreichen.

Ein weiterer Vorfall in Hamburg

Doch das war nicht der einzige homophobe Vorfall an diesem Wochenende. Früher am Samstagmorgen, gegen 5.38 Uhr, wurde an der Haltestelle Jungfernstieg eine 30-jährige Transperson zusammen mit einem 29-jährigen Mann angegriffen. Der Angreifer, ein Mann in seinen mittleren bis späten 30ern, sprach die beiden Reisenden an, beleidigte sie homophob und schlug zu. Glücklicherweise konnten die beiden an der Haltestelle aussteigen und die Polizei alarmieren. Auch hier blieb es bei Schmerzen, eine medizinische Behandlung war jedoch nicht erforderlich. Das LKA 73 hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise zu dem Täter, der etwa 175 cm groß und muskulös war, mit einem Vollbart und kurzen, mittelblonden bis dunklen Haaren, sowie in beigen/grauen Hosen und einem grünen Oberteil mit weißen AirPods unterwegs war.

Ein besorgniserregender Trend

Diese Vorfälle sind Teil eines alarmierenden Trends in Deutschland. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) hat die Zahl queerfeindlicher Straftaten in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 17.007 Fälle von Hasskriminalität erfasst, von denen 1.785 gegen LSBTIQ* Personen gerichtet waren – ein Anstieg im Vergleich zu 1.188 Fällen im Jahr 2022. Während in der Öffentlichkeit immer mehr über die Sichtbarkeit von LSBTIQ* gesprochen wird, zeigen diese Zahlen, dass die Realität oft eine andere ist.

Die häufigsten Straftaten gegen LSBTIQ* umfassen Beleidigungen, Gewalttaten und Bedrohungen. Besonders erschreckend ist, dass 212 Menschen im Jahr 2023 Opfer von Gewalttaten wurden, was einen Anstieg im Vergleich zu 197 im Jahr 2022 darstellt. Eine Dunkelfeld-Studie hat ergeben, dass 96% der LSBTIQ* Hate Speech und 87% körperliche oder sexuelle Übergriffe nicht zur Anzeige bringen. Gründe dafür sind oft, dass die Betroffenen die Vergehen als „zu gering“ empfinden oder Angst vor weiteren diskriminierenden Reaktionen haben.

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Das BKA setzt sich aktiv für Vielfalt und gegen Diskriminierung ein. Programme zur Kriminalprävention werden gefördert, um ein sicheres Umfeld für alle Menschen zu schaffen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai wurde sogar die Regenbogenflagge gehisst. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen helfen, die Sicherheit und Akzeptanz für die LSBTIQ*-Gemeinschaft zu erhöhen.