Heute ist der 26.04.2026 und aus Hamburg gibt es aktuelle Informationen über die finanziellen Ausgaben der Stadt für ungenutzte Mietflächen. Wie aus einer Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft hervorgeht, zahlt die Stadt jährlich rund zwei Millionen Euro für Flächen, die nicht genutzt werden. Dies wirft Fragen zur Effizienz der Stadtverwaltung und der Verwendung öffentlicher Mittel auf.
Im Bereich Johannes-Brahms-Platz/Kaiser-Wilhelm-Straße stehen derzeit 9.220 Quadratmeter leer. Diese Flächen wurden von der Justizbehörde gemietet, weil ein Bedarf gesehen wurde. Außerdem hat die Innenbehörde 721 Quadratmeter in der Billstraße angemietet, um ein Technikzentrum zu erweitern. Die Mietverträge für diese Flächen laufen noch bis Ende dieses Jahres. Die CDU fordert nun eine detaillierte Aufstellung der ungenutzten Flächen und der damit verbundenen Kosten. Der Senat hat jedoch erklärt, dass bei neuem Flächenbedarf zunächst geprüft wird, ob bestehende Flächen genutzt werden können und dass die Wirtschaftlichkeit neuer Anmietungen überprüft wird.
Cleverer Umgang mit Leerstand
Die Diskussion um die ungenutzten Flächen steht in einem größeren Kontext der Leerstandsproblematik in Deutschland. In Ostdeutschland sind derzeit 530.000 Wohnungen unbewohnt, was 7,6% der Wohnungen entspricht. In Westdeutschland liegt der Leerstand bei durchschnittlich 4% der 1,35 Millionen Wohnungen. Trotz des Flüchtlingsstroms 2015/16 konnte der Leerstand nicht verringert werden. Die Auswirkungen von Kriegen und Krisen seit 2022 auf den Leerstand sind bisher nicht belegt.
Bundesbauministerin Klara Geywitz hat eine Handlungsstrategie gegen den Leerstand vorgestellt, die mehrere Förderprogramme umfasst. Dazu zählen die Sanierung und der Neubau von Wohngebäuden sowie die Umwandlung leerstehender Gewerbeimmobilien in Wohnraum. Ein weiteres Programm, das genannt wurde, ist „Jung kauft Alt“, welches Familien beim Erwerb von Eigentum unterstützen soll. Dies geschieht im Rahmen des Sofortprogramms Leerstandsabbau, das die Herrichtung von 5.000 Wohnungen bis Ende 2026 zum Ziel hat.
Die Rolle der Zwischennutzung
Ein interessanter Ansatz zur Nutzung leerstehender Flächen ist die Zwischennutzung. Diese Strategie könnte auch in Hamburg eine Lösung für die ungenutzten Flächen bieten. Informationen über Zwischennutzungen in Hamburg sind in einem Dokument zusammengefasst, das auf dieser Seite einsehbar ist. Solche Programme könnten helfen, die finanziellen Belastungen der Stadt zu reduzieren und gleichzeitig sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten für die leerstehenden Flächen zu schaffen.
Die CDU und andere Bürgerschaftsfraktionen ziehen nach der Sommerpause in das neue „Haus der Bürgerschaft“. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Leerstand effektiv zu bekämpfen und die Nutzung der vorhandenen Flächen zu optimieren. Der Bund der Steuerzahler hat bereits die Ausgaben für verschiedene Projekte, darunter eine Jugendhaftanstalt und Radwege an der Elbchaussee, kritisiert und fordert ein Umdenken in der Verwaltung. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie Hamburg mit seinen ungenutzten Flächen umgehen wird.