In Harburg steht die Buxtehuder Straße (B73) seit Mittwochmorgen still. Ein Wasserrohrbruch hat sich ereignet, und die Folgen sind alles andere als erfreulich. Die Straße ist komplett gesperrt, was besonders für den Berufsverkehr ab Montag eine große Herausforderung darstellt. Der Wasserrohrbruch, der zwischen Bleicherweg und Zur Seehafenbrücke aufgetreten ist, betrifft eine Trinkwasserleitung mit einem Durchmesser von 50 cm. Dabei wurde die Fahrbahn und der Gehweg über die gesamte Breite unterspült. Man kann sich vorstellen, wie tief die Mulden dort sind, wo früher ein normaler Weg war!
Der Druck im Trinkwassernetz fiel am Mittwoch bis 9:45 Uhr in Harburg und Wilstorf, doch die Trinkwasserversorgung bleibt gesichert. Hamburg Wasser hat bereits Entwarnung gegeben, auch wenn vorübergehende Trübungen oder Braunfärbungen des Wassers möglich sind. Die sind jedoch gesundheitlich unbedenklich. Ein wenig beruhigend, oder? Aber das ist nicht alles – die Buxtehuder Straße bleibt bis mindestens Sonntag gesperrt, während Sicherungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Und das ist auch notwendig, denn die Schadstelle liegt in Höhe des Amtsgerichts Harburg.
Verkehrschaos und Umleitungen
Die Polizei hat die Straße auf mehreren hundert Metern komplett gesperrt. Das bedeutet, dass die Verkehrsführung umgebaut werden muss. Ab Montag soll eine Spur in jede Fahrtrichtung wieder befahrbar sein, was für die Pendler eine kleine Erleichterung darstellt. Allerdings ist die Umleitung über den Fürstenmoordamm und die A7-Anschlussstelle Hausbruch wegen Bauarbeiten gesperrt. So bleibt die Buxtehuder Straße, die die B75 und die Harburger Innenstadt mit der A7 verbindet, eine zentrale Verkehrsachse, die gerade jetzt in der Krise steckt.
Ein weiterer Aspekt, der die Situation noch komplizierter macht, ist der Schienenersatzverkehr für die S-Bahn. Dieser verläuft ebenfalls über die Buxtehuder Straße, da der S-Bahn-Verkehr nach Harburg wegen Bauarbeiten unterbrochen ist. Man fragt sich, wie viele Baustellen man gleichzeitig haben kann, ohne dass das ganze System zusammenbricht. Die S-Bahn-Linie zwischen Wilhelmsburg und Neugraben ist bis zum 23. Mai nicht in Betrieb. Das klingt nach einem echten Chaos für die Pendler.
Die größere Problematik hinter Wasserrohrbrüchen
Hinter all diesen Vorfällen steckt ein größeres Problem, das nicht nur Harburg betrifft. In Deutschland versickern täglich etwa 870 Millionen Liter Trinkwasser ungenutzt im Boden. Jährlich verschwinden rund sechs Prozent des Trinkwassers auf dem Weg vom Wasserwerk zu den Verbrauchern. Im Jahr 2022 summierten sich diese Verluste auf etwa 319 Millionen Kubikmeter – das sind 319 Milliarden Liter! Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf mindestens 638 Millionen Euro pro Jahr. Die Hauptursache für diese Wasserverluste sind marode, veraltete Rohrleitungen, von denen viele noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammen.
Man könnte sagen, dass wir uns in einer kritischen Lage befinden, wenn es um die Instandhaltung unserer Infrastruktur geht. Städte wie Leipzig haben in den letzten zehn Jahren ihre Wasserverluste um etwa 15 Prozent reduziert, indem sie in die Sanierung von Leitungen investiert haben. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung! Aber viele Kommunen tun sich weiterhin schwer, die erforderliche Erneuerungsrate zu erreichen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat bereits Alarm geschlagen und fordert Kommunen zur Sanierung ihrer Leitungssysteme auf.
Für Harburg und die betroffenen Anwohner bleibt zu hoffen, dass die Reparaturarbeiten schnell und effizient abgeschlossen werden. Denn eins ist klar: Wasser ist Leben – und wenn es so rasant versickert, wie die aktuellen Zahlen zeigen, müssen wir dringend handeln!
Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in den Berichten von MOPO und NDR. Zudem kann man sich über die größere Problematik der Wasserverluste in Deutschland auf Focus informieren.