Gemeinsam stark: Wege aus dem Schulabsentismus
Im Landkreis Darmstadt-Dieburg tut sich etwas, und das ist wirklich erfreulich! Der Landkreis hat beschlossen, seine Unterstützung für Jugendliche, die mit Schulabsentismus kämpfen, auszuweiten. Ein spannendes Projekt trägt den Titel „Gemeinsam stark: Wege aus dem Schulabsentismus“ und wird, wie schon in den vergangenen Jahren, in Kooperation mit der „die Mäander GmbH“ durchgeführt. Diesmal findet es an der Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt statt. Es nehmen insgesamt acht Jugendliche aus den Jahrgangsstufen 7 bis 9 teil, die im Rahmen von zehn Gruppenterminen Unterstützung erhalten. Das Ganze umfasst auch Treffen mit Eltern und Lehrkräften – eine wichtige Sache, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen.
Sozial- und Jugenddezernentin Christel Sprößler hebt die Bedeutung dieser Unterstützung für die betroffenen Familien hervor. Es geht nicht nur darum, die Schulpflicht zu erfüllen, sondern auch darum, die sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Jugendlichen zu stärken. Stressbewältigung, Konfliktmanagement und die Entdeckung eigener Stärken stehen im Mittelpunkt des Projekts. Der enge Austausch zwischen Schule, Elternhaus und Fachkräften ist entscheidend, um den jungen Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchen.
Hintergründe und Herausforderungen
Aber warum ist das Thema Schulabsentismus überhaupt so wichtig? Nun, die Ursachen sind vielfältig. Laut einer Befragung der Robert-Bosch-Stiftung geben 20% der jungen Menschen an, dass ihr schulisches Wohlbefinden gering ist. Das ist alarmierend! Darüber hinaus stieg die Quote der Schüler, die ohne ersten Schulabschluss die Schule verlassen, von 5,7% im Jahr 2013 auf 6,9% im Jahr 2022. Das sind nicht nur Zahlen – das sind echte Lebenswege, die hier auf dem Spiel stehen. Schulabsentismus und die damit verbundenen Schulabbrüche können massive Einschränkungen für die beruflichen Perspektiven der Jugendlichen mit sich bringen.
Um dem entgegenzuwirken, fand kürzlich eine Online-Fachtagung zum Thema „Schulabsentismus“ statt. Hier wurden verschiedene Handlungsansätze aus der Jugend- und Schulsozialarbeit vorgestellt. Prof. Dr. Thorsten Bührmann präsentierte ein Modell für digitale Instrumente zur Berufsorientierung. Die Teilnehmer*innen konnten nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch praxisnahe Einblicke in erfolgreiche Ansätze gewinnen. Dabei wurden sechs Praxisforen angeboten, die sich mit präventiven und flexiblen Begleitungen am Lernort Schule beschäftigten.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Schulabsentismus hat viele Gesichter, und umso wichtiger ist ein ganzheitlicher Ansatz. Aversionsbedingtes Schulschwänzen, Prüfungsangst oder Mobbing sind nur einige der Herausforderungen, denen Jugendliche gegenüberstehen. Die Corona-Pandemie hat das Problem zusätzlich verschärft, da viele Schüler unter psychischen Schwierigkeiten leiden. Ein frühzeitiges Handeln von Schulen ist entscheidend, um den jungen Menschen die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen. Multiprofessionelle Zusammenarbeit und eine Kultur der Offenheit innerhalb der Schulen sind dabei unerlässlich.
Ob es um die Stärkung der Selbstwirksamkeit der Jugendlichen geht oder um die Einbindung der Eltern – all das sind wichtige Punkte, die angegangen werden müssen. Es gibt bereits viele Initiativen und Projekte, die sich mit Schulabsentismus befassen, wie etwa das Projekt „Schule – ohne mich!?“, das neue Entwicklungen und Handlungsanforderungen untersucht. Die Herausforderung bleibt jedoch groß, und die Ressourcen für die Facharbeit sind oft begrenzt. Es ist klar, dass hier ein hoher Bedarf an Begleitung und alternativen schulischen Angeboten besteht.
Insgesamt zeigt sich, dass das Thema Schulabsentismus nicht nur ein lokal begrenztes Problem ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen darstellt, das viele Facetten hat. Die Entwicklungen in Darmstadt-Dieburg sind ein Schritt in die richtige Richtung, um jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und sie auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu unterstützen. Die Initiative ist ein Zeichen dafür, dass es wichtig ist, gemeinsam zu handeln und Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden.
Für weitere Informationen zu den erschütternden Statistiken und Ansätzen zur Bekämpfung von Schulabsentismus können Sie [hier](https://www.rheinmainverlag.de/2026/06/03/landkreis-darmstadt-dieburg-staerkt-hilfe-bei-schulabsentismus/) nachlesen.
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