Fulda, eine Stadt, die jahrzehntelang durch die Reifenproduktion auf dem Goodyear-Gelände, im Volksmund „Gummi“ genannt, geprägt wurde, steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Nach 125 Jahren wird die Produktion in Fulda zum 30. September 2023 eingestellt. Die Entscheidung fiel aus wirtschaftlichen Gründen, und die Schließung hat viele im Ort getroffen – mit einer Mischung aus Trauer und Verunsicherung. Man kann die „Totengräberstimmung“ in der Belegschaft förmlich spüren, wie die Gewerkschaft IGBCE treffend formuliert hat. Rund 1.050 Arbeitsplätze werden wegfallen, was für die Region als harter Schlag gilt.

Das ehemalige Goodyear-Gelände erstreckt sich über etwa 17 Hektar, und während die Produktionshallen nun leer stehen, gibt es eine interessante Bildergalerie, die das Areal aus verschiedenen Perspektiven zeigt. Diese Fotostrecke vermittelt nicht nur einen Eindruck von der Industriegeschichte Fuldas über mehr als ein Jahrhundert, sondern lässt auch die große Produktionshallen, die verlassenen Wege zwischen den Gebäuden und die Ausblicke vom Rußsilo erahnen. Der Verfall ist spürbar, und die Bilder erzählen von einer vergangenen Zeit, als das Werk noch florierte. Die Pläne zur Neuentwicklung des Geländes in den kommenden Jahren sind noch vage und werfen viele Fragen auf – vor allem, was mit dem unter Denkmalschutz stehenden Areal geschehen wird.

Über die Schließung und ihre Folgen

Erschreckend ist, dass die Schließung nicht nur Fulda, sondern auch andere Standorte betrifft. Goodyear schließt ebenfalls das Werk in Fürstenwalde (Brandenburg) bis Ende 2027 und hat bereits 2019 im Werk Hanau rund 600 Stellen gestrichen. Viele Beschäftigte in Fulda erhalten Hilfestellungen und wechseln in eine Transfergesellschaft, während andere in das verbleibende Werk nach Hanau, wo etwa 1.300 Beschäftigte arbeiten, wechseln. Die Unsicherheit ist groß – die Belegschaft ist enttäuscht und verunsichert über die Unternehmenspolitik und die Zukunftsaussichten.

Ein weiterer Punkt, der die Situation kompliziert macht, ist der hohe Kostendruck und die Überkapazitäten auf dem europäischen Markt. Goodyear hat in der Vergangenheit viel in das Werk in Fulda investiert, über 30 Millionen Euro im Jahr 2019, bevor die Schließung angekündigt wurde. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen: Wie kann so viel Geld in etwas fließen, das kurz darauf aufgegeben wird? Dennoch bleibt unklar, welche Zukunft das 170.000 Quadratmeter große Werksgelände haben wird, wenn die Demontage aller Anlagen bis März 2026 abgeschlossen ist.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft des Geländes und der Region ist ungewiss. Das Gefühl, dass hier eine Ära zu Ende geht, ist überall spürbar. Die Schließung wird als Zeichen für den Niedergang der deutschen Industrie interpretiert, und die Gewerkschaft warnt vor weiteren möglichen Schließungen, insbesondere in Hanau. Die Verlagerung der Produktion nach Osteuropa, wo die Kosten niedriger sind, bringt zusätzliche Sorgen mit sich. Die Frage, ob Fulda die Herausforderungen der Zeit meistern kann, bleibt offen. Die Hoffnung auf eine Neuentwicklung des Geländes schimmert zwar durch, doch die Umsetzung wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Es ist schwer, sich vorzustellen, dass die großen Hallen, die über Jahre hinweg das Bild von Fulda geprägt haben, bald nur noch eine Erinnerung sind. Die Bilder, die das Gelände in seiner Pracht und im Verfall zeigen, werden uns an die glorreichen Zeiten erinnern. Doch auch wenn die Schließung viele schockiert hat, bleibt die Hoffnung, dass die Region neue Wege findet, um sich neu zu erfinden und den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

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